27.01.2022

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Folge 12-21 vom 26. März 2021 / Kommentar / Gegen die Mitte

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12/21 vom 26. März 2021

Kommentar
Gegen die Mitte
Hans Heckel

Selbst die Polizei, die Teilnehmerzahlen von Demonstrationen der Erfahrung zufolge eher unter- als übertreibt, schätzte 20.000 Demonstranten, die in Kassel gegen die Corona-Maßnahmen auf der Straße waren. Damit zählt die Kundgebung vom vergangenen Sonnabend zu den größten, die Deutschland seit Langem gesehen hat, neben anderen Corona-Demos im vergangenen Jahr. Viel mehr Menschen waren dort als auf den von Politik und Medien beklatschten Aufmärschen der „Zivilgesellschaft“, welche – mannigfach unterstützt von Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Medien und mit Steuergeld subventionierten „Nichtregierungsorganisationen“ – gelegentlich mehr Unterstützerverbände zählen als Demo-Teilnehmer.

Kein Wunder also, dass die Kundgebung ein beträchtliches Echo auslöste – allerdings eines, das erschaudern lässt. Die Reaktionen aus etablierter Politik und Medien auf die Kasseler Demonstration fielen fast einhellig krass ablehnend bis hysterisch aus. Während es im Polizeibericht hieß, die Demonstranten kämen „augenscheinlich überwiegend aus dem bürgerlichen Lager und zeigten insgesamt eher keine Tendenz zu gewalttätigen Aktionen“, polterten anerkannte Leitmedien um die Wette: In Kassel habe es „massive Ausschreitungen“ gegeben, die Lage sei „eskaliert“ und Demonstranten seien auf die Polizei „losgegangen“. Dabei sei es zu „massiven Ausschreitungen“ gekommen, angezettelt von einem „Randale-Mob“. Der krasse Gegensatz zur Einschätzung der Polizei sticht ins Auge. In deren Bericht steht, dass es bei allen Beteiligten zu „keinen ernsthaften Verletzungen gekommen“ sei, von denen die Ordnungshüter wüssten.

Perfides Argument

Ein medialer Kundgebungs-Verurteiler versuchte es mit Perfidie: Die Demonstranten hätten „ihren Egoismus zelebriert“ und ein „Superspreader-Event“ herbeigeführt. Damit hätten sie der Demokratie einen schlechten Dienst erwiesen, weil künftig mit Verweis auf Kassel „auch legitime Demonstrationen eher seltener genehmigt werden“.

Dabei ist längst bekannt, und der Aerosolforscher Gerhard Scheuch hat es unlängst wieder bestätigt: Das Ansteckungsrisiko ist unter freiem Himmel praktisch null, ein „Superspreader-Event“ hat es nicht gegeben. Die Unterstellung der Rücksichtslosigkeit ist daher schlicht infam.

Vor allem taten sich Vertreter von Grün-Rot-Dunkelrot in der Verdammung der Demonstranten hervor. Insbesondere kritisierten sie, dass die Polizei nicht viel härter gegen die demonstrierenden Bürger vorgegangen sei. Zudem werden die Beamten aufs Korn genommen, weil sie sogenannte Gegendemonstranten daran gehindert haben sollen, den Demonstrationszug zu blockieren.

Polizisten im Visier

So reden genau jene politischen Kreise, die angesichts linksextremer Gewaltexzesse sofort zur Stelle sind, um das Vorgehen der Polizei als „unangemessen“, „provokativ“ oder „eskalierend“ zu geißeln und über „ungerechtfertigte Polizeigewalt zu klagen. Den nahezu komplett friedlichen Zug normaler Bürger nicht auseinandergejagt zu haben aber wird den Ordnungshütern zum Vorwurf gemacht. 

Die Absicht dahinter ist unverkennbar: Die Polizei soll nicht nach den Grundsätzen des Rechtsstaats und der Verhältnismäßigkeit handeln, sondern nach den Maßgaben linker Ideologen und ihrer Herrschaftsansprüche. Eine Polizistin, die einer Demonstrantin ein Herzzeichen zeigte, muss womöglich mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen. Die Polizisten, welche sich auf Knien unlängst mit „Black Lives Matter“ solidarisierten, wohl kaum.

Hier zeigte eine Kaste aus Politik und Medien ihr Gesicht, deren Aggression auf die Mitte der Gesellschaft zielt, auf den deutschen Normalbürger. Dort, in der Bürgergesellschaft, hat diese „von oben“ betriebene Spaltung allerdings schon eine Antwort gefunden. 

Bislang in ihrer großen Mehrheit stets penibel regeltreue Steuerbürger scherten sich in Kassel auf einmal einen Dreck darum, ob sie den Vorschriften zu Maskentragen und Beteiligungs-Obergrenzen genüge taten oder nicht. In Frankreich wäre das keine Überraschung, in Deutschland ist es das schon. Der Vertrauensverlust sowie Wut und Verzweiflung müssen groß sein, wenn brave Deutsche keine andere Wahl mehr sehen.