23.01.2022

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Folge 13-21 vom 01. April 2021 / Kolumne / Welcome Newroz

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-21 vom 01. April 2021

Kolumne
Welcome Newroz
Theo Maass

Immigranten bereichern unsere Kultur und überhaupt. Damit sie sich hier wohlfühlen, muss man schon mal ein Auge zudrücken. In Berlin versammelten sich 1200 Kurden auf dem Kreuzberger Oranienplatz, um das kurdische Frühlingsfest Newroz zu feiern. Der Polizei waren zuvor lediglich 400 Teilnehmer für die Zeit von 13 bis 19 Uhr angemeldet worden. Na, sein wir nicht so kleinlich. 

Irgendwelche Hygienevorschriften oder Mindestabstände hielten die Feiernden nicht ein. Die Menge tanzte dicht an dicht. Die Berliner Polizei fand ab 15 Uhr die Lage „unübersichtlich“, wie es hieß, der Veranstalter hatte das Geschehen offensichtlich nicht mehr im Griff. Hätte es sich hier um eine „Corona-Demonstration“ gehandelt, hätte die Staatsmacht sicherlich Mittel und Wege gefunden, um einzuschreiten. Hier waren aber die kulturellen Eigenheiten unserer Gäste zu beachten. 

Unsere Polizei übte sich in „Deeskalation“. Der Gedanke, die Versammlung aufzulösen, wurde rasch fallen gelassen. Es hieß, man sei sich nicht sicher gewesen, ob die Feiernden dann den Anweisungen auch Folge geleistet hätten. Die Ordnungshüter begnügten sich daher damit, per Lautsprecher zum Einhalten der „Hygieneregeln“ aufzufordern, als Vorschlag gewissermaßen. Selbstkritisch ist hier zu fragen, ob es nicht einen sensibleren Weg gegeben hätte, darauf hinzuweisen, ohne das Fest akustisch zu stören. 

Immerhin beendete der Veranstalter bereits um 17 Uhr das Fest. Der Oranienplatz konnte danach wieder für den Autoverkehr freigegeben werden. Wenn es infolge der vielen Kontakte in Berlin zu einen Anstieg der Corona-Infektionen kommen sollte, darf man das natürlich nicht dem Fest zurechnen.