15.08.2022

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Folge 13-21 vom 01. April 2021 / Vereinigte Staaten / „Antirassismus“ bringt die Rassentrennung zurück / Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Verbot der Segregation sorgen Pläne für getrennte Uni-Feiern für Verwirrung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-21 vom 01. April 2021

Vereinigte Staaten
„Antirassismus“ bringt die Rassentrennung zurück
Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Verbot der Segregation sorgen Pläne für getrennte Uni-Feiern für Verwirrung
Norman Hanert

Nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten im Jahre 1954 die Rassentrennung an öffentlichen Schulen für verfassungswidrig erklärt hat, sieht sich nun, sechseinhalb Jahrzehnte später, die elitäre Columbia University dem Vorwurf der Rassentrennung ausgesetzt. Anlass dafür sind Studienabschlussfeiern, die Ende April an der Universität stattfinden sollen. 

Auf ihrer Internetseite hat die Hochschule gleich sechs zusätzliche Absolventenfeiern angekündigt: Das Columbia College, Columbia Engineering, General Studies und das Barnard College bieten zum Studienabschluss getrennte Veranstaltungen an für Schwarze, Asiaten, für Lateinamerikaner und für sogenannte Natives, also Personen, die sich als Nachfahren der amerikanischen Ureinwohner verstehen. 

Adressat einer weiteren Feierstunde für die „low income community“ sind offenbar Absolventen ohne dicke Brieftasche. Der „LGBTIAQ+ community“ wird schließlich eine „Lavendel“-Feierstunde angeboten. Das Vorhaben der New Yorker Universität, einer der ältesten und renommiertesten Hochschulen der USA, sorgte überregional für Aufsehen.

Kern der Bürgerrechtsbewegung

Neben der „New York Times“ berichtete unter anderen auch der TV-Sender Fox-News über den Vorgang. Die konservative Kommentatorin Candace Owens, selbst Schwarze, kritisierte die Elite-Uni, diese bringe mit Erfolg die lange überwundene Segregation zurück, indem sie diese als „Diversitäts-Inklusion“ verpacke. Dies ist ein schwerwiegender Vorwurf: Der Kampf gegen die Segregation, die Rassentrennung an Schulen und Hochschulen, war in den 1950er und 60er Jahren ein Kernpunkt der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. 

Die Universität hielt es inzwischen offenbar für angebracht, Stellung zu beziehen. Per Kurznachrichtendienst Twitter wies die Hochschule darauf hin, es handele sich um zusätzliche Angebote zu der allgemeinen Abschlusszeremonie, die für alle Absolventen am 30. April stattfinden solle. Auch würden die zusätzlichen Feierstunden allen offenstehen, die Teilnahme sei freiwillig.

„Nur Weiße“ wird abgelehnt

Fox-News wies im Zuge seiner Berichterstattung auf einen Vorgang an der Elon University in Elon, North-Carolina, hin. Auch dort war ein Segrationsvorwurf laut geworden, allerdings unter anderen Vorzeichen und mit anderem Ausgang als an der Columbia-Universität. Im Februar wollte die Jugendorganisation Young America’s Foundation an der Elon-Universität zu einer Veranstaltung laden, die für Studenten gedacht war, die sich selbst als Weiße identifizieren. 

Laut einer E-Mail mehrerer Studenten der Erziehungswissenschaften sollte es bei dem Treffen darum gehen, weißen Menschen Raum zu geben, um über ihr Bewusstsein und ihre Mitverantwortung in „ungerechten Systemen zu lernen, ohne ihre ,friends of color‘“, also ihre farbigen Freunde, „dabei zu verletzten“. In dem Schreiben hieß es weiter: „Wir wissen, dass Rassismus und systematische Unterdrückung tief in die Wurzeln unserer Gesellschaft und unseres Bildungssystems verwoben sind.“ 

In diesem Fall fand das Treffen nicht statt. Die Universitätsleitung begründete ihre Ablehnung damit, dass der Ausschluss nicht-weißer Menschen von der Veranstaltung den Grundsätzen der Elon-Universität widerspreche.