23.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 13-21 vom 01. April 2021 / Gartenkunst in Hinterpommern / Der Lenné-Park in Rützow / Der Ort gehört zur deutsch-polnischen Euro-Region Pomerania

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 13-21 vom 01. April 2021

Gartenkunst in Hinterpommern
Der Lenné-Park in Rützow
Der Ort gehört zur deutsch-polnischen Euro-Region Pomerania

Beidseits der deutsch-polnischen Grenze gibt es in der Pomeraniaregion unzählige Schlösser und Herrenhäuser mit zugehörigen Parks oder Gartenanlagen. Einige davon werden dem Werk Peter Joseph Lennés zugerechnet, dem bedeutendsten Vertreter der landschaftsbezogenen Gartenkunst des 19. Jahrhunderts. Noch sind nicht alle Spuren seines Wirkens und dessen seiner Schüler auf jetzt polnischem Gebiet erforscht, doch einzelne Parks sind eindeutig seine Entwürfe. Dazu zählt der Park in Rützow. 

Der Park in Rützow [Rusowo] hat eine Größe von zirka 36 Hektar und liegt in der Ostseegemeinde Henkenhagen [Ustronie Morskie] nordöstlich von Kolberg [Kołobrzeg]. Die Geschichte des Lenné-Parks von Rützow ist nicht lückenlos, historische Bilder und Beschreibungen der Gartenanlage oder des späteren Parks sind bislang nicht verfügbar. Die Anlage gehörte zum Familiensitz des Kolberger Reeders Konsul Ernst Friedrich Samuel Schröder. Er erwarb die Ländereien im Jahr 1807, insgesamt 800 Hektar um Rützow und wählte den Platz unweit der Kirche zum Familiensitz. Dort ließ er ein „schönes Gutshaus mit Orangerie“, einen griechischen Tempel und einen Turm im Stil einer neogotischen Ritterburg errichten. Und wie üblich erhielt das Gutshaus auch einen Garten – zu lesen ist von künstlich angelegten Teichen und großflächigen Wiesen. 

Nach seinem Tod beauftragte seine Frau Henriette 1828 Peter Josef Lenné, Gartendirektor der Königlichen Gärten in Preußen, mit der Umwandlung des Gartens in einen Park. Auf etwa 36 Hektar entstand eine romantisch-naturalistische „luxuriöse“ Parkanlage mit Bäumen, exotischen Sträuchern und großen Rasenflächen. Die künstlich angelegten Gräben, Teiche und die Insel mit einer Neptun- und diversen Reiherskulpturen fanden immer wieder besondere Erwähnung. Im Frühjahr 1945 wurde das Gutshaus geplündert und in den Folgejahren gänzlich zerstört. Im Park sind heute nur noch Reste der Fundamente des Gutshauses und ein Teil des Turmes zu sehen, die angelegten Gräben und der zweite Teich sind nur noch zu erahnen. Der Park ist weitläufig und durch beeindruckende Bäume geprägt. Besonders die 280-jährige Platane und eine riesige Esche im Eingangsbereich imponieren dem Besucher. Insgesamt sind acht Bäume als Naturdenkmal registriert. Der Park wirkt heute eher wie eine Naturlandschaft, besonders romantisch im Frühjahr durch die weitläufige Blüte von Buschwindröschen und Scharbockskraut. 

Im Park gibt es einen Naturlehrpfad, der auch auf Deutsch über Flora, Fauna und Formen des Naturschutzes in Polen informiert. Eigentümer des 1976 in das polnische Denkmalregister aufgenommenen Parks ist heute die Gemeinde Henkenhagen [Ustronie Morskie]. Der Park ist gut mit dem Auto von der Landesstraße 11 (Kolberg–Köslin) über Kukinia [Alt Quetzin] zu erreichen. Von Henkenhagen und Kolberg aus kann man den Ort auch per Fahrrad erkunden. Es führt ein 31 Kilometer langer Rundwanderweg von Henkenhagen zum Park und zurück.

In Rützow befindet sich eine der ältesten christlichen Kirchen in Pommern, ein wertvolles Denkmal der mittelalterlichen Sakralarchitektur. 

Ein schönes Ausflugsziel mit Geschichte, der Besucher kann einen Plan des Parks mit Beschreibungen des sehenswerten Baumbestands erwerben.

Pomeraniaparks (BS)

Regionalpark Barnimer Feldmark e.V., Am Bahnhof 2, 16356 Ahrensfelde OT Blumberg, Telefon (033394) 5360, Internet: www.feldmaerker.de