17.01.2022

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Folge 14-21 vom 09. April 2021 / Corona hat die Menschen weltweit in eine Art Schockstarre versetzt und die Regierungen zur Anwendung außergewöhnlicher Maßnahmen bewogen. Doch je länger diese anhalten, desto mehr sinkt die Akzeptanz / Zivile Unruhen werden zunehmen / Not macht mutig – Der Widerstand gegen staatliche Zwangsmaßnahmen regt sich vielerorts

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-21 vom 09. April 2021

Corona hat die Menschen weltweit in eine Art Schockstarre versetzt und die Regierungen zur Anwendung außergewöhnlicher Maßnahmen bewogen. Doch je länger diese anhalten, desto mehr sinkt die Akzeptanz
Zivile Unruhen werden zunehmen
Not macht mutig – Der Widerstand gegen staatliche Zwangsmaßnahmen regt sich vielerorts
Wolfgang Kaufmann

Je länger die am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene Corona-Pandemie andauert, desto mehr nimmt der Widerstand gegen die von vielen Regierungen verordneten Zwangsmaßnahmen zur Eindämmung des Virus zu. Das führt mittlerweile dazu, dass Risikoanalysten vor gewalttätigen Protesten und schweren Unruhen in 75 Ländern der Erde warnen, darunter auch in Deutschland und anderen Mitgliedsstaaten der EU. Besonders dezidiert fallen dabei die Alarmrufe der Experten von Verisk Maplecroft aus. Das Unternehmen mit Hauptsitz im englischen Bath, welches die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Risiken zu erkennen versucht, die für global agierende Unternehmen und Investoren zum Problem werden könnten, spart mittlerweile nicht mehr mit drastischen Formulierungen wie: „Die COVID-19-Pandemie gießt Öl ins Feuer ziviler Unruhen.“

Ganz ähnlich sieht man dies bei der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), einem der weltweit führenden Anbieter von Industrieversicherungen. So heißt es in einer AGCS-Pressemitteilung vom 24. März 2021: „Zivile Unruhen haben stark zugenommen, angetrieben durch Proteste zu Themen, die von wirtschaftlicher Not bis hin zu Polizeibrutalität reichen und die Bürger auf der ganzen Welt betroffen haben. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie verschlimmern die Situation – da kein Ende des wirtschaftlichen Abschwungs in Sicht ist, wird die Zahl der Proteste wahrscheinlich weiter steigen.“ Anschließend kommt der Leiter der Abteilung Global Political Violence and Hostile Environment Solutions der AGCS, Björn Reusswig, zu Wort: „Die Maßnahmen, die die Regierungen zur Bekämpfung des Coronavirus ergriffen haben, hatten erhebliche sozioökonomische Auswirkungen, und die Frustration wächst in großen Teilen der Bevölkerung … Die Menschen sind besorgt. Arbeitsplatz, Gesundheit und Einkommenssicherheit sind gefährdet. In der Folge sind die Menschen eher bereit zu demonstrieren, daher ist es nicht verwunderlich, dass Demonstrationen gegen den Lockdown schnell gewalttätig werden können.“

Weitere Gefahren gehen von psychisch dekompensierten Einzelpersonen aus, bei denen unter den Bedingungen des Dauerlockdowns eine schnelle Selbstradikalisierung möglich ist. Das zeigt unter anderem der Fall eines bislang unbescholtenen 30-jährigen Mannes, der am selben Tag, als die AGCS ihre Prognose veröffentlichte, mehrere Molotowcocktails in das Delmenhorster Rathaus warf, um seiner Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen.

Der Allianz-Ableger zieht daraus den Schluss, dass „Unternehmen … sich auf weitere politische Unruhen und Gewalt vorbereiten“ müssten. „Zivile Unruhen“ könnten nun sogar zum „Hauptrisiko für Unternehmen im politischen Bereich“ werden und „zu erheblichen Verlusten“ durch „Sachschäden und darüber hinausgehende Betriebsunterbrechungen“ führen – explizit genannt wurde dabei der Einzelhandel, dem „Vandalismus und Plünderungen“ drohen.

Deshalb empfiehlt die AGCS dringendst eine Überprüfung der Versicherungspolicen, denn „die Versicherer bieten über den Spezialmarkt für politische Gewalt auch spezielle Lösungen an, um die Auswirkungen von Streiks, Unruhen und zivilem Aufruhr zu mildern“. Bei der Allianz nennt sich das entsprechende Produkt „Voller Schutz“ gegen „Volle politische Gewalt“ und deckt unter anderem Schäden durch „Organisierten Aufruhr, Revolution oder Rebellion“ sowie Staatsstreiche, Meutereien und Bürgerkriege ab.





Experten warnen vor den Folgen der Maßnahmen

Hans Kluge Der belgische Arzt fungiert seit dem 1. Februar 2020 als WHO-Regionaldirektor für Europa und ist damit für 53 Länder zuständig.

Alicia Bárcena Ibarra  aus Mexiko leitet seit dem 1. Juli 2008 die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (UNECLAC).

Matthew Moshiri  ist seit Ende 2020 Präsident des global agierenden Risikomanagement- und Strategie-Beratungsunternehmens Verisk Maplecroft.