26.01.2022

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Folge 14-21 vom 09. April 2021 / Corona / In Wuhan ist das Virus schon früher ausgebrochen / Nach eingehender Analyse der Daten: Immer mehr Forscher glauben, dass China etwas verschweigt

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-21 vom 09. April 2021

Corona
In Wuhan ist das Virus schon früher ausgebrochen
Nach eingehender Analyse der Daten: Immer mehr Forscher glauben, dass China etwas verschweigt
Wolfgang Kaufmann

Nach einem Jahr Corona-Pandemie ist weiterhin unklar, woher das Virus SARS-CoV-2 stammt und wann es auf den Menschen übersprang. Auf jeden Fall dürfte nun aber festzustehen, dass der Erreger nicht erst im Laufe des Dezember 2019 für COVID-19-Infektionen sorgte, wie die chinesischen Behörden behaupten.

So meldete die Tageszeitung „South China Morning Post“ bereits im März 2020, einzelne Krankheitsfälle ließen sich bis zum 17. November 2019 zurückverfolgen. Außerdem stießen Wissenschaftler bei der nachträglichen Auswertung von Röntgenbildern in Frankreich auf einen Patienten, dessen Lunge Mitte November 2019 klare Anzeichen einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 zeigte. Des Weiteren berichteten Teilnehmer an den 

VII. Sommer-Militärweltspielen in Wuhan, die vom 18. bis 27. Oktober 2019 ausgetragen worden waren, über mysteriöse Erkrankungen, bei denen Symptome genau wie bei COVID-19 auftraten.

Untersuchungen des italienischen Istituto Superiore di Sanita (ISS) belegten zudem das Vorhandensein des Erregers im Abwasser der Großstädte Mailand und Turin ab Anfang Dezember 2019. Und in Blutproben italienischer Krebspatienten vom September desselben Jahres fanden Experten des nationalen Krebsinstituts Istituto Nazionale dei Tumori (INT) in Mailand sowie der Universität Siena Antikörper gegen das angeblich so neuartige Virus. Gleichermaßen erbrachten Analysen des Erbguts von SARS-CoV-2 durch Genetiker aus Münster, Kiel und Cambridge Hinweise auf eine Ausbreitung des Erregers ab Mitte September 2019.

Nun lieferten die US-Forscher Jonathan Pekar, Michael Worobey, Niema Moshiri, Konrad Scheffler und Joel Wertheim den nächsten wissenschaftlichen Beleg dafür, dass das Coronavirus in Wuhan bereits vor Ende Dezember 2019 umging. Wie die Fünf am 18. März in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ berichteten, haben sie das „Geburtsdatum“ von SARS-CoV-2 mit Hilfe der sogenannten Molekularen Uhr bestimmt. Dieses Verfahren beruht auf der Annahme, dass Viren sich permanent verändern, wobei aber die Mutationsgeschwindigkeit relativ konstant bleibt, solange nicht durch Impfungen ein Mutationsdruck entsteht. Anhand der Abfolge sämtlicher kleinerer oder größerer Mutationen lässt sich das vermutliche Lebensalter eines Erregers bestimmen. Für ihre Untersuchung nutzten die Wissenschaftler 583 Virus-Proben, die im April 2020 in Wuhan gewonnen worden waren. Mit deren Hilfe konnten sie bis zu dem Moment zurückrechnen, in dem sich SARS-CoV-2 wahrscheinlich vom Stammbaum des SARS-Erregers getrennt hat. 

Laut Pekar und dessen Kollegen geschah dies Mitte November 2019, sofern die Annahmen bezüglich des Mutationstempos stimmen – ansonsten womöglich auch eher. Damit geraten die chinesischen Behörden weiter unter Druck, endlich die Wahrheit zu sagen, was die genauen Umstände des Ausbruchs der Corona-Welle in Wuhan oder anderswo betrifft.