24.01.2022

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Folge 14-21 vom 09. April 2021 / Porträt / Überraschungskandidatin?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 14-21 vom 09. April 2021

Porträt
Überraschungskandidatin?
Robert Mühlbauer

In der AfD könnte eine Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl gekürt werden, die viele nicht auf der Rechnung hatten, die aber als kämpferisch und selbstbewusst gilt. Führende AfD-Politiker haben die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar gefragt, ob sie bereitstünde für ein Spitzenduo mit dem Co-Parteichef Tino Chrupalla aus Sachsen. Die 47-Jährige zeigt sich grundsätzlich offen. Ost und West, rechts-soziales und bürgerlich-freiheitliches Lager müssen eingebunden sein. Ob die Kandidaten schon auf dem Parteitag in Dresden dieses Wochenende oder später in einer Mitglieder-Urabstimmung gewählt werden, ist aber noch nicht klar. Ebenfalls unklar ist, ob die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel nochmal die Spitzenkandidatur anstrebt. Ihr Rückhalt in der Partei ist zuletzt gebröckelt. 

Cotar ist seit April 2013 bei der AfD, ihr Protest gegen Euro- und EU-Schuldenunion trieb das Ex-CDU-Mitglied zur Protestpartei. 2017 wurde sie in den Bundestag gewählt. Sie streitet dort als digitalpolitische Sprecherin gegen Zensur im Internet und in den Sozialen Medien. „Mich bewegt das Thema Freiheit“, sagt sie. Es sei fatal, wie in der Corona-Krise im Eiltempo Bürger- und Grundrechte eingeschränkt werden. „Und wer dagegen protestiert, wird in die rechte Ecke gestellt.“ Die Regierung – von Spahn bis Merkel – habe in der Corona-Krise völlig versagt.

Ihre freiheitlich-konservative Haltung liegt auch in ihrer Biographie begründet. Geboren wurde sie 1973 in Rumänien als Tochter einer Siebenbürger Sächsin, ihr Vater saß als politischer Häftling unter Ceausescu mehrere Jahre im Gefängnis. Die Securitate überwachte die Familie. 1978 ging sie in die Bundesrepublik. Cotar hat nach der Schulzeit in Hessen und einem Politikstudium in Mannheim bei Banken in Deutschland und in der Schweiz sowie zuletzt als selbstständige Projektmanagerin gearbeitet, bis es sie in die Politik zog. Den Höcke-Flügel sieht sie kritisch, sagt aber zu den internen AfD-Streitigkeiten: „Wenn wir wieder mit einem starken Ergebnis in den Bundestag einziehen wollen, dann müssen wir geeint auftreten.“