26.01.2022

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Folge 15-21 vom 16. April 2021 / Was will die AfD?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 15-21 vom 16. April 2021

Was will die AfD?
Hans Heckel

Wenn sie stolpert, dann nur über sich selbst – dieses kühle Resümee über die Erfolgsaussichten der AfD hat sich bei ihrem jüngsten Parteitag noch einmal bewahrheitet. Gerade erst hatte eine Umfrage für Sachsen, in dessen Hauptstadt Dresden sich die rund 560 Delegierten trafen, der Alternative für Deutschland fast 30 Prozent prognostiziert. Damit wär sie vor der CDU stärkste Partei. Nur eine Viererkoalition fast aller anderen Fraktionen könnte eine Regierungsbeteiligung der AfD da noch verhindern.

Doch in Dresden trafen nicht nur zwei inhaltlich streitende Lager aufeinander. Vor allem scheint man die Aussicht auf die Beteiligung an einer Regierung auch völlig unterschiedlich zu bewerten. Während Partei-Co-Chef Jörg Meuthen fast beschwörend auf die Chancen verwies, die ein solcher Aufstieg der Alternative böte, scheint die Regierungsperspektive unter den Anhängern seines Parteitagskontrahenten Björn Höcke eher Schaudern und Verdacht auszulösen – den Verdacht, um einer Beteiligung an der Macht willen die eigenen Ideale zu verraten.

So wurde mit Beschlüssen wie dem zum Austritt aus der EU als AfD-Parteiziel vor allem der Abstand zu den „Etablierten“ vergrößert. Zwar ist der Beschluss mit dem Auftrag versehen, eine „neue europäische Wirtschafts- und Interessengemeinschaft“ zu gründen. Doch diese Differenzierung vermochte ein einzelner Delegierter aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrängen, als er einen „Austritt mit Arschtritt“ als Parole in den Saal schleuderte.

Was will die AfD? Mitgestalten? Oder lieber in weltanschaulicher Hundertprozentigkeit verharren ohne Aussicht auf Realisierung auch nur eines einzigen ihrer Programmpunkte? Dieser Frage mit Träumen von 51-Prozent-Ergebnissen auszuweichen wäre feige.