17.01.2022

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Folge 15-21 vom 16. April 2021 / Ernährung / Entzündungen im Zaun halten / Wie eine Ernährungsumstellung und ein Umdenken selbst chronische Erkrankungen positiv beeinflussen können, schildert die Journalistin Maria Borelius

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 15-21 vom 16. April 2021

Ernährung
Entzündungen im Zaun halten
Wie eine Ernährungsumstellung und ein Umdenken selbst chronische Erkrankungen positiv beeinflussen können, schildert die Journalistin Maria Borelius
Manuela Rosenthal-Kappi

Die schwedische Wissenschaftsjournalistin Maria Borelius, die für Pharma- und Technikkonzerne weltweit tätig war, spürte es plötzlich am eigenen Leib: Als sich im Alter von 52 Jahren die Menopause einstellte, fühlte sie sich plötzlich antriebslos, aufgedunsen und alt. Zeit, sich über den von zu viel Gutem, Süßem und Ungesundem bestimmten Lebensstil Gedanken zu machen. Gesagt, getan.

Sie nahm Kontakt zu Ernährungsexperten und Bloggern auf, erfuhr, dass neben sportlicher Betätigung eine gesunde Ernährung nicht nur für die Figur eine wesentliche Rolle spielt, sondern bestimmte Lebensmittel auch Entzündungsprozesse im Körper positiv beeinflussen können. Sie lernte, dass es zwei Arten von Entzündungen gibt. Die „gute“ ist ein Reparaturmechanismus, der beispielsweise bei Verletzungen dafür sorgt, dass eine Wunde sich schnell verschließt und heilt. Als „schlecht“ erweisen sich jedoch niedriggradige Entzündungen, die sich schleichend ausbreiten und zu chronischen Beschwerden führen. Ausgelöst werden sie unter anderem durch falsche Ernährung, die wiederum die Entstehung von Krankheiten wie koronare Arterienkrankheiten, Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 beeinflusst.

Wie so viele, die ihren krankmachenden Lebensstil erkannt haben und daran etwas ändern wollen, musste Borelius lernen, ihre gewohnte Ernährung aufzugeben, nach Plan zu essen und völlig neue Nahrungsmittel auszuprobieren, auch wenn es ihr schwerfiel und auf den Widerstand der Familie traf.

Ihre Suche nach alternativen Heilmethoden und wissenschaftlichen Erklärungen hörte damit jedoch nicht auf. In Indien machte sie Bekanntschaft mit Ayurveda, verfolgte aber ebenso intensiv die ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse sowie ganzheitliche Ansätze zu Hause.

Aus all ihren Erfahrungen hat Borelius ein eigenes Konzept aus fünf Punkten entwickelt, deren Anfangsbuchstaben BLISS das englische Wort für Glückseligkeit ergeben. Im Wesentlichen geht es um natürliches Essen, das Polyphenole, Omega-3 und Probiotika enthält, den Verzicht auf Zucker und zu viele Kohlehydrate, täglichen Sport im Wechsel mit Stille und gedanklicher Einkehr. 

Am Ende des Buchs gibt die Autorin Tipps zur allmählichen Umstellung des Lebensstils, Einkaufstipps und stellt eigene Rezepte vor. Die „Gesundheitsrevolution“ ist flott und unterhaltsam geschrieben und dürfte den ein oder anderen anregen, einmal über seine eigenen Essgewohnheiten nachzudenken.

Maria Borelius: „Die Gesundheitsrevolution. Das Komplettprogramm gegen heimliche Entzündungen“, Lübbe Verlag, Köln 2020, broschiert, 363 Seiten, 18 Euro