17.01.2022

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Folge 16-21 vom 23. April 2021 / Aus den Landesgruppen und Heimatkreisen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16-21 vom 23. April 2021

Aus den Landesgruppen und Heimatkreisen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

Hessen

Vorsitzender: Ulrich Bonk Stellv. Vorsitzender:: Gerhard Schröder, Engelmühlenweg 3, 64367 Mühltal, Tel. (06151)148788

Absagen und Hoffnung

Wiesbaden. Eigentlich wollte der Vorstand im Frühjahr 2021 zu einer Feierstunde anlässlich des 

75-jährigen Bestehens der Landsmannschaft einladen. Doch noch immer beeinträchtigt die Pandemie das Leben der Menschen in Deutschland und in der Welt. 

Deshalb mussten alle bisher geplanten Veranstaltungen abgesagt werden, betroffen sind auch die satzungsgemäß vorgeschriebenen Jahreshauptversammlungen mit den Geschäfts- und Kassenberichten. 

Die Durchführung der ausgefallenen und weiteren Veranstaltungen wird davon abhängen, wie schnell es mit dem Impfen vorangeht. Ein Großteil der Mitglieder wird vom Alter her durch Impfungen weitgehend vor dem Virus geschützt sein – oder die Impftermine stehen kurzfristig bevor. Dies gibt schon mal beruhigende Sicherheit, sodass der Vorstand im späten Frühjahr oder mit Sommerbeginn zu den gewohnten Monatstreffen einladen könnte.

Trauer um Irmgard Steffen

Mit Vorstandsmitglied Irmgard Steffen ist wieder ein Stück ostpreußischer Heimat von uns gegangen „Ich denke gerne an das Fleckchen Erde im Osten, fern, wo ich geboren bin. Ich weiß, dass ich es nie vergessen werde. Die Sehnsucht trägt mich immer zu ihm hin“ – diese Worte der Dichterin Hannelore Patzelt-Hennig kamen der gebürtigen Tilsiterin Irmgard Steffen, geb. Hoedtke in letzter Zeit oft über die Lippen. 

Nun, fern ihrer Heimat, ist die treue Ostpreußin am 31. März dieses Jahres mit 86 Jahren in Wiesbaden gestorben. Es war ihr sehnlichster Wunsch, nahe ihrer Heimat in den Wellen der Ostsee ihre letzte Ruhe zu finden. 

Schon früh schloss sich Irmgard Steffen der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen in Wiesbaden an. In den folgenden dreißig Jahren war sie die überwiegende Zeit Vorstandsmitglied des Kreisverbandes und trug zur Organisation der Veranstaltungen und Betreuung der Vereinsmitglieder bei. Sie zeigte wohlwollendes Verständnis für die landsmannschaftliche Arbeit und unterstützte die heimatlichen Belange in vielfältiger Weise. Wo immer eine helfende Hand gebraucht wurde, war sie zur Stelle. 

Als Mitglied der Stadtvertretung der Stadtgemeinschaft Tilsit e.V. und Schulsprecherin der

„Johanna-Wolff-Schule / Meerwischer Volksschule“ organisierte Irmgard Steffen Treffen mit Mitschülern ihrer einstigen Schule und hielt Erinnerung an Tilsit und ihre Schulzeit wach. An dem von ihr vorbereiteten 20. Treffen der ehemaligen Johanna-Wolff-Schüler in Karlsruhe konnte die Tilsiterin schon nicht mehr dabei sein, weil eine unheilbare Krankheit mit einhergehenden Operationen ihr die Kraft nahmen. 

Ihre Hilfsbereitschaft und herzliches Wesen wird bei Landsleuten und Freunden des Vereins in Erinnerung bleiben.

Dieter Schetat 


Memel-Stadt/Land

Kreisvertreter: Uwe Jurgsties, Kirschblütenstraße 13, 68542 Heddesnheim, Telefon (06203) 43229, Mobil: (0174)9508566, E-Mail: uwe.jurgsties@gmx.de. Gst. für alle Memellandkreise: Uwe Jurgsties, Kirschblütenstraße 13, 68542 Heddesheim

Sorge um Fischereiverbot

Brief an das Umweltministerium der Republik Litauen von Uwe Jurgsties (Vergleiche Seite 13)

Eine Jahrhunderte alte Tradition beenden ? N i e m a l s !!!

Sehr geehrte Damen und Herren, mit diesem Schreiben wenden wir uns an Sie bezüglich des Entwurfs eines Rechtsaktes der Republik Litauen Nr. XIVP-343 „Fischereigesetz Nr. VIII-1756 Änderung der Artikel 2, 5, 6, 8, 14, 141, 143, 15, 16, 173, 20, 22, 27, 31“ und der Aufhebung von Artikel 144 (bereitgestellt vom Abgeordneten Aistės Gedvilienė) und den Entwurf eines Rechtsaktes der Republik Litauen Nr. XIVP-2 „Fischereigesetz Nr. VIII-1756 Änderung der Artikel 2, 6, 14 und 141 (bereitgestellt vom Abgeordneten Linas Jonauskas). Die heutigen und früheren Bewohner dieses Landes unterstützen dieses Projekt NICHT.

Die Küstenregion am Kurischen Haff ist mit seinen Orten wie ein großes Freilichtmuseum mit den vielen schönen alten Holz-Fischerhäusern inmitten der bunten Bauerngärten und den Räucheröfen, die einen herrlichen Geruch von geräuchertem Fisch versprühen. 

Was gibt es schöneres, als den vor Ort frisch gefangenen und geräucherten Fisch in den vielen kleinen Restaurants oder in der angemieteten Ferienwohnung zu verzehren? Für die noch wenigen Fischer auf der Kurischen Nehrung und in den Häfen am Festland wäre das vorgesehene Verbot katastrophal und für die Orte ein kultureller Rückschlag.

Wie die einzigartigen Küstendörfer, die Natur, die Ostsee und das Haff zu beiden Seiten der Nehrung gehört auch der Fischfang zur einzigartigen Landschaft dazu.

Der Rückgang des Fischbestandes einiger Fischarten ist nicht nur allein auf die Fischer zurückzuführen, sondern zum Teil auch auf die Kormorane die überhandgenommen haben. Jedenfalls sollte man zunächst eine nachprüfbare wirtschaftliche Studie vornehmen.

Die Fischer und der Fischfang sind eine gelebte Tradition, unverzichtbar und gehören zur Nehrung und den Küstendörfern am Kurischen Haff wie die Luft zum Atmen. Ein Verbot käme einem kulturellen Todesstoß gleich.

Uwe Jurgsties

Bundesvorsitzender und

Ehrenbürger der Stadt Klaipeda

Zur Lage

Am 13. April schrieb das Onlineportal „Verslo žinios“ (VZ), dass über die oben genannten Änderungen derzeit in Ausschüssen beraten würde und am Ende des Jahres in der Seimas (dem Parlament) abgestimmt werde.

Fischerei finde nach dem Entwurf ausschließlich in Aquakulturen statt, die kommerziellen Fischereibetriebe sollen aus den Steuern der Hobbyfischer entschädigt werden, so „VZ“. Gedvilienės äußerte, dass ein Verbot gegen die traditionelle Fischerei, wie die Netzfischerei, oder die Fischerei für touristische Zwecke nicht geplant sei.CRS