17.01.2022

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Folge 16-21 vom 23. April 2021 / Brandenburg / Auf zu neuen Ufermauern / Am Schloss Rheinsberg werden Winterschäden beseitigt – Im Sommer soll es wieder Besucher anlocken

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16-21 vom 23. April 2021

Brandenburg
Auf zu neuen Ufermauern
Am Schloss Rheinsberg werden Winterschäden beseitigt – Im Sommer soll es wieder Besucher anlocken
H. Tews/SPSG

Dass das Schloss Rheinsberg ein gern besuchtes Ausflugsziel in der Mark Brandenburg ist, hängt auch mit seiner literarischen Berühmtheit zusammen. Theodor Fontane hat es in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ als Juwel des Ruppiner Lands hervorgehoben, und 1912 ist es Schauplatz von Kurt Tucholskys ironischer Erzählung „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“. Inzwischen gibt es dort ein Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum und im Sommer soll dort wieder das vom Ostpreußen Siegfried Matthus ins Leben gerufene Opernfestival Kammeroper Schloss Rheinsberg stattfinden.

Bis dahin hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg noch Zeit für die Sanierung der bogenförmigen Ufermauer im Lustgarten des Schlosses. Denn die aus Feldsteinen errichtete Mauer weist starke Schäden und Fehlstellen auf, weshalb die Sperrung des angrenzenden Uferweges drohte. Nun wird das Bauwerk neu aufgesetzt und nachhaltig gesichert. Anschließend wird der Uferweg instand gesetzt.

Im Schlossgarten Rheinsberg sind die gartenkünstlerischen Ideen und Umbrüche des 18. Jahrhunderts in besonderer Weise zu erleben. Deutlich wird dies auch im Fall der an die Schlossinsel anschließenden Ufermauer. Diese lässt, wie in einer Beschreibung aus dem 18. Jahrhundert zu lesen ist, „das Schloss in einem Cirkelbogen von Feldsteinen, gleich einem Baßin eingefasst“ erscheinen. Immer kleiner werdend, geht sie dann in die natürliche Uferlinie über. An der Ufermauer entlang verlief ein Weg, der schöne Sichten zwischen den am Ufer stehenden Bäumen hindurch Richtung Schloss ermöglichte. Dies ist teilweise heute noch zu erleben. Besonders reizvoll sind hierbei die Spiegelungen im Wasser des Sees.

Die Ufermauer musste im Laufe der Zeit immer wieder repariert werden. Zuletzt wurde sie Mitte der 1990er Jahre neu aufgeschichtet. In den letzten sechs Jahren wurden die Schäden an der Mauer, vor allem durch Eisdruck, so groß, dass ein einfaches Aufschichten der Steine nicht mehr möglich war. 

Im Rahmen der anstehenden Baumaßnahmen erfolgte jetzt der Abriss der vorhandenen Mauerreste. Anschließend werden Pfähle als Gründung für die neue Mauer eingebracht. Als Schutz gegen Ausspülungen sollen sogenannte Steinwalzen in das Erdreich eingearbeitet werden. Die Sanierungsmaßnahmen, deren Gesamtbaukosten mit 330.000 Euro beziffert werden, sollen bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Von Corona abgesehen sollte dann einem Besuch im Schloss, im Tucholsky-Museum oder des Festivals nichts mehr im Wege stehen.