18.04.2024

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Folge 17-21 vom 30. April 2021 / Meldungen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-21 vom 30. April 2021

Meldungen

„Draghi wettet das Haus“

Rom – Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat seit der Amtsübernahme diesen Februar das schuldenfinanziert Konjunkturprogramm der Vorgängerregierung um weitere über 70 Milliarden Euro aufgestockt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt leistet sich Italien damit das größte Konjunkturprogramm in Europa. Italiens Neuverschuldung steigt damit auf weit über 170 Milliarden Euro. Nach Berechnungen der italienischen Regierung wird das Haushaltsdefizit damit in diesem Jahr auf 11,8 Prozent der Wirtschaftsleistung ansteigen. Der Anbieter von Finanzmarktnachrichten Bloomberg kommentierte die italienischen Defizitpläne mit den Worten: „Draghi wettet das Haus.“N.H.





Türkische Lira unter Druck

Ankara – Einerseits stieg in der Türkei das Bruttoinlandsprodukt 2020 trotz der Corona-Pandemie überraschend um 1,8 Prozent. Andererseits nahm die Zahl der Arbeitslosen wegen des massiven Einbruchs in der besonders beschäftigungsintensiven Dienstleistungs- beziehungsweise Tourismusbranche und im Baugewerbe massiv zu. Die Inflationsrate liegt derzeit bei 16 Prozent, nachdem sie vor einem Jahr noch elf Prozent betragen hatte. Die Talfahrt der Türkischen Lira konnte auch durch den mittlerweile vierten Wechsel des Zentralbankdirektors innerhalb von drei Jahren nicht aufgehalten werden. Schuld hieran ist die Niedrigzinspolitik des Staatspräsidenten und Vorsitzenden der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP), Recep Tayyip Erdoğan. Deshalb kommt die AKP in inoffiziellen Umfragen mittlerweile nur noch auf rund 30 Prozent, während sie früher regelmäßig die absolute Mehrheit erreichte.W.K.





Ende der Schonfrist 

Berlin – Am 30. April endet die Aussetzung der Insolvenzanzeigepflicht für zahlungsunfähige Unternehmen. Wegen des Corona-Lockdowns hatte die Bundesregierung Sonderregelungen geschaffen, die insbesondere Unternehmen, die Anspruch auf die staatlichen Hilfsangebote hatten, von der Insolvenzanzeigepflicht entband. Während die SPD sowie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga auf eine Verlängerung der Regelung drängen, zögern die CDU und die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Die Befürworter der Verlängerung befürchten eine sprunghafte Zunahme der Firmenpleiten mit einhergehendem Verlust an Arbeitsplätzen. Patrik-Ludwig Hantzsch, Chefökonom von Creditreform, warnt jedoch vor Verzerrungen am Markt durch eine Verlängerung der Ausnahmeregelung. „Zombie“-Unternehmen, die nur noch künstlich am Leben erhalten würden, könnten andere mit in den Abgrund reißen. Geschäftsführern einer GmbH oder Vorständen einer Aktiengesellschaft drohten Strafen wegen Insolvenzverschleppung, selbst wenn sie bei den vielfachen Regelungen schlichtweg den Überblick verloren hätten. MRK