18.01.2022

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Folge 17-21 vom 30. April 2021 / Grüne im Ernstfall

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-21 vom 30. April 2021

Grüne im Ernstfall
René Nehring

Kann man sich vorstellen, wie eine Annalena Baerbock mit Wladimir Putin über die Lage im Osten der Ukraine verhandelt? Mit dieser, damals noch rhetorischen Frage bezeichnete ein Kommentator vor wenigen Wochen ein grundlegendes Problem für den Fall einer Kanzlerschaft der grünen Parteivorsitzenden: Soll in einer Welt voller Konflikte ausgerechnet an der Spitze der europäischen Zentralmacht eine Politikerin stehen, die über keinerlei Erfahrung in einem Regierungsamt verfügt? 

Durch die Nominierung Baerbocks zur Kanzlerkandidatin sowie angesichts des Umstands, dass die Grünen in ersten Meinungsumfragen an der Union vorbeigezogen sind, ist dieses Szenario in den Bereich des Möglichen gerückt. Das wirft die Frage auf, ob die Politikerin für das von ihr angestrebte Amt geeignet ist. Die Antwort darauf hängt wesentlich von der Analyse der Lage ab, in der sich unser Land, Europa und die Welt gerade befinden. Und da sieht es alles andere als rosig aus. 

Das „European Union Institute for Security Studies“ (EUISS) beschreibt in einer aktuellen Studie Dutzende Szenarien für kommende Konflikte (siehe Seite 12). Hinzu kommen die bereits heute sichtbaren ökonomischen Verwerfungen infolge der Corona-Pandemie. Angesichts dessen wirkt es absurd, wenn die Grünen eine Kandidatin präsentieren, die ihre Unerfahrenheit froh gelaunt als Stärke ausgibt – und dafür von geneigten Medien auch noch gefeiert wird. 

Auch wenn die Grünen schon lange keine Spaßpartei mehr sind, so zeigen sie mit der Personalie Baerbock doch, dass sie noch immer keine politische Kraft für den Ernstfall sind. Grün sein muss man sich leisten können, lautet eine altbekannte Kritik an der einstigen Ökopartei. Gemeint ist dies zumeist in Bezug auf die ökonomischen Folgen grüner Politik. In Zeiten wie diesen erfährt diese Aussage eine weit umfassendere Bedeutung – und Warnung.