17.04.2024

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Folge 17-21 vom 30. April 2021 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 17-21 vom 30. April 2021

Leserforum

Lauter Leichtmatrosen?

Zu: Die Union muss weit mehr klären als nur die Personalfragen (Nr. 15)

Im Vergleich zur CSU besteht die CDU ja nur aus Leichtmatrosen. Da hatte es ein sturmerprobter Kapitän wie der CSU-Chef leicht, sich durchzusetzen. Kulan­terweise zeigte Söder Laschet & Co. ja auch noch den Weg ins Rettungsboot. Die sollten sich schnellstens hineinsetzen und sich vom Acker machen. Denn wer sich den Groll des zukünftigen Kanzlers aus dem Bayernlande zuzieht, der könnte es später noch bitter bereuen. 

Claus Reis, Schwabach 






Schlag nicht nach im Duden

Zu: Von oben durchgepeitscht (Nr. 15)

Der Duden hat als Nachschlagewerk viel von seiner Verbindlichkeit und seinem früheren Status eingebüßt. Indem er sich die Rechtschreibreform zu eigen machte, ohne sich mit anderen sprachlichen Instanzen ausreichend abzustimmen, begann der erste „Sündenfall“. Alte und neue Rechtschreibung führten plötzlich ein Eigenleben. Durch die Einführung des Genderismus huldigt er einer vermeintlichen Geschlechtergerechtigkeit, die allerdings den Nachteil hat, durch hieroglyphenartige Einschübe zur weiteren Zerfaserung der Sprache beizutragen.

Operation geglückt – Patient tot, könnte man sagen. Denn Deutsch, einst die Sprache der Dichter und Denker, wird so umständlich, abstrakt und formelhaft, dass kaum jemand noch gerne eine Anwendung wagt. Zunehmende Entropie würde der Physiker sagen.

Erfreulich ist, dass die Duden-Redaktion zwischenzeitlich ordentlich Gegenwind erfährt, und das auch in vielen Zeitungsartikeln und -kommentaren. Erwähnt sei auch der erfolgreiche VDS-Appell „Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden“, den man allen Freunden der deutschen Sprache empfehlen kann.

Sprache soll zusammenführen und nicht auseinanderdividieren. Diese Meinung kommt zunehmend aus der Mitte der Gesellschaft. Auch das Eindringen von Anglizismen in die deutsche Sprache beantwortet der Duden mit ständigen Erweiterungen. Wäre er nicht digital abrufbar, müsste man inzwischen das Äquivalent einer Brockhaus-Enzyklopädie wälzen, um auf dem Laufenden zu sein.

Schade eigentlich um ein Nachschlagewerk, das einst den Maßstab für Maß und Mitte in der deutschen Sprache darstellte.

Roland Grassl, Bühl






Verantwortung für Griechen

Zu: Sechs Gründe, nicht zu zahlen (Nr. 15)

Alle Jahre wieder taucht das Thema (Reparationsforderungen, d. Red.) in den Medien auf, und auch die Preußische Allgemeine Zeitung hat in der Zeit zwischen 2011 und 2018 bereits mehrfach darüber berichtet. Selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte sich zu Beginn seiner Amtszeit für Wiedergutmachungsleistungen an Griechenland ausgesprochen und befindet sich damit in guter Gesellschaft zu Claudia Roth und den Grünen sowie natürlich den Linken. Dabei ist doch die juristische Seite längst eindeutig geklärt. 

Zur Erinnerung: Im Oktober 1940 begann Hitlers italienischer Bündnispartner Mussolini mit seinem Angriff auf Griechenland. Die Deutschen waren hierbei nicht eingebunden, denn Hitler wollte keine Südostfront. Als die Offensive der Italiener im folgenden Winter steckenblieb, versuchte Hitler, durch Vermittlungsversuche den Konflikt beizulegen. Erst als dies misslang, sandte er die Wehrmacht nach Griechenland, um die Italiener zu entlasten. Nach gut einem Monat musste Griechenland im April 1941 kapitulieren und wurde italienischer Militärverwaltung unterstellt. 

Außerdem besetzte Bulgarien, das kurz zuvor Bündnispartner der Achsenmächte Deutschland und Italien geworden war, den gesamten Nordosten Griechenlands sowie Griechisch-Thrazien und richtete dort eine Militärverwaltung ein, die nicht gerade zimperlich gegen die einheimische Bevölkerung vorging. 

Erst nachdem Mussolini gestürzt worden war und damit Italien als Bündnispartner ausschied, übernahmen die Deutschen im September 1943 die Verwaltung von den Italienern. Sie blieben es gerade einmal ein Jahr lang, dann eroberten alliierte Verbände Griechenland. Wenn also heute von der griechischen Regierung Reparationen ins Spiel gebracht werden, dann möge man sich zunächst einmal an Italien und Bulgarien wenden, und erst danach käme Deutschland in Betracht. Aber historische Fakten scheinen da nicht zu interessieren.

Hinzu kommt die Frage nach dem Verbleib des griechischen Staatsgoldes, das 1941 außer Landes gebracht werden konnte, bevor die Deutschen Zugriff darauf bekamen. Um es nämlich vor ihnen in Sicherheit zu bringen, verlegte man es zunächst auf die Insel Kreta, doch als deutsche Fallschirmjäger dort landeten, gelang es noch, das Gold an Bord des britischen Kreuzers „Dido“ zu verfrachten und auf dem Weg über Ägypten und Südafrika nach London zu verschiffen, wo es von der Bank of England treuhänderisch verwahrt wurde. Nach dem Krieg kam es nach Athen zurück, wo man es in der Zentralbank einlagerte. 

Als vor einigen Jahren die griechische Regierung ein Ersuchen an London richtete, das Gold zurückzugeben – da sie glaubte, es liege noch dort – und die Antwort erhielt, man habe es doch bereits Anfang der 1950er Jahre zurücktransferiert, da war zunächst Erstaunen in Athen, denn es fand sich nirgends. Nur „Böswillige“ argwöhnten, das Edelmetall sei zwischenzeitlich in den Taschen griechischer Politiker verschwunden. 

Doch diesen Vorwurf der Korruption ließ man nicht auf sich sitzen, und plötzlich sind wieder Goldreserven vorhanden, die sich auf weit über 100 Tonnen belaufen. 1941 hatte die Goldreserve der griechischen Notenbank lediglich 18,86 Tonnen betragen, was eine wundersame Vermehrung seit damals bedeutet und dokumentiert, dass das Land gar nicht so arm dasteht.

Wolfgang Reith, Neuss






Wählen gehen

Zu: Die Vernichtung der Ost-Sozialdemokratie durch Umarmung (Nr. 15)

Durch Zufall stieß ich auf ein interessantes Bilddokument in den „Beiträgen zur Geschichte des Rundfunks“ aus dem Jahre 1971, das durch einen ungewöhnlichen Schnappschuss eingefangen wurde.

Es zeigt das nähere Umfeld jenes Ereignisses, als das berühmt-berüchtigte Foto vom Händedruck Wilhelm Piecks und Otto Grotewohls zur Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED im Jahre 1946 entstand.

Halb auf dem Tisch liegend bemühte sich eifrig der Reporter Werner Klein die Worte der beiden Hauptakteure einzufangen. Und davor knipste der Bildreporter Abraham Pisarek die Fotoserie, aus der dann das historische Fotodokument entstand, welches den Beginn der Geschichte der SED symbolisch darstellte. 

Manfred Kristen, Freital






Beethoven und der Ungeist

Zu: Angriff auf die Klassik (Nr. 14)

Anlässlich des 200. Geburtstagsjubiläums 1970 von Ludwig van Beethoven ist der Angriff durch den Ungeist der Achtundsechziger auf dieses weltweit geehrte Genie kläglich gescheitert. Die Bezeichnung „koloniale Kunst“ entbehrt jeder Logik. Das Vermächtnis der Wiener Klassik wird ebenso wie das kulturelle Erbe der Antike und anderer Errungenschaften humanistisch-abendländischer Kultur gegenüber derartigen Angriffen von Kulturbarbaren standhalten. Deftig ausgedrückt: Was schadet es der deutschen Eiche, wenn, eine Sau sich an ihr reibt? 

Dr. Wolfgang Link, Gengenbach