17.01.2022

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Folge 18-21 vom 07. Mai 2021 / Pandemie-Schwermut Während die Unzufriedenheit im Lande über die Corona-Maßnahmen wächst, gibt es noch immer wenig Detailwissen über die Ausbreitung des Virus und seine Folgen / Die Stimmung wird fragiler / Noch tragen viele Deutsche die Lockdown-Maßnahmen mit. Doch das könnte schnell kippen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-21 vom 07. Mai 2021

Pandemie-Schwermut Während die Unzufriedenheit im Lande über die Corona-Maßnahmen wächst, gibt es noch immer wenig Detailwissen über die Ausbreitung des Virus und seine Folgen
Die Stimmung wird fragiler
Noch tragen viele Deutsche die Lockdown-Maßnahmen mit. Doch das könnte schnell kippen
Hans Heckel

Die Zustimmung oder Ablehnung der Deutschen hinsichtlich der Corona-Zwangsmaßnahmen schwankt hin und her. Nachdem die Zustimmung zu den rigiden Beschränkungen im März einen Tiefpunkt erreicht hatte, sprach sich Anfang April laut ARD-Deutschlandtrend wieder eine relative Mehrheit dafür aus, die bestehenden Maßnahmen sogar noch weiter zu verschärfen.

Allerdings bedeutet dies nicht, dass die Bundesbürger mit dem Handeln der Regierung einverstanden wären. Hier sind die Zustimmungswerte auf ein solches Minimum gefallen, dass sie statistisch kaum mehr relevant sind. Vom Hin und Her zum Maskentragen ganz am Anfang der Pandemie über den lange Zeit versäumten Schutz besonders gefährdeter Gruppen, ein kaum noch darstellbares Chaos und ruinöse Verzögerungen bei Hilfsleistungen für betroffene Unternehmen, Freiberufler und Angestellte bis hin zum persönlich durch die Kanzlerin vermasselten Impfstart stapelt sich das Versagen der Politik auf solche Höhen, dass es selbst unbelehrbar Wohlmeinende nicht mehr schönreden mögen.

Hinzu treten offensichtlich unsinnige Vorschriften, die nur noch als Schikane wahrgenommen werden wie etwa der Maskenzwang auf luftigen Flaniermeilen unter freiem Himmel. Aerosolforscher haben nicht nur klargestellt, dass die Ansteckungsgefahr an solchen Orten gleich null ist. 

Mediziner verweisen zudem darauf, dass den Menschen mit solchen Vorschriften die Bewegung an freier Luft vergällt werden könnte – gerade die aber sei für die Stärkung des Immunsystems wesentlich. All das nehmen die Deutschen wahr und empfinden die Maßnahmen daher als Schikane oder Imponiergehabe von Politikern, die ihre Machtentfaltung auf Kosten der Bürger inszenieren.

Nun gesellen sich zu alldem die Nachrichten aus etlichen Nachbarländern Deutschlands, die, trotz teils deutlich höherer Inzidenzzahlen, umfangreiche Öffnungsschritte vollziehen, während die Deutschen im dumpfen Lockdown verharren sollen. Das wühlt die Stimmung weiter auf.

Dass die Unterstützung harter Lockdown-Maßnahmen bei den Bundesbürgern trotzdem immer noch hoch ist und viele sogar eine Verschärfung fordern, könnte einen anderen Grund haben, der für die Politik mittelfristig gefährlich werden dürfte. Stets wird bei der Verkündung von Einschränkungen der Eindruck erweckt, es handele sich um schmerzhafte, aber nur kurzfristige Eingriffe nach dem Motto: Jetzt noch einmal Zähne zusammenbeißen, damit bald alles besser wird. 

Es begann mit dem „Wellenbrecherlockdown“ im November. Ihm folgten „Weihnachts-“ und „Endlockdown“, danach sprach CDU-Chef Armin Laschet vom „Brückenlockdown“, dann war die Rede von der (gescheiterten) „Osterruhe“. Das Osterdesaster führte schließlich in die geltende „Bundesnotbremse“.

Dass es immer weitergeht, nährt den Eindruck, dass jede dieser kurzfristig klingenden Maßnahmen nur die weitere Stufe in einen nahezu endlosen Zustand bezeichnet, aus dem die Politik keinen Ausweg finden kann – oder gar nicht finden will. Breitet sich diese düstere Ahnung erst aus, dürfte es mit der Zustimmung zu den Lockdown-Maßnahmen schnell zu Ende gehen, zumal die wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen (siehe unten) Folgen der Zwangsmaßnahmen ohnehin zunehmend in den Vordergrund drängen. Ein solcher Stimmungsumschwung bräche dann ziemlich pünktlich zur Bundestagswahl über die politischen Entscheider herein.





Akteure

Peter Tschentscher Hamburgs Bürgermeister befahl Maskenpflicht an luftigen Orten wie der Elbe. Selbst die SPD-nahe „Morgenpost“ sprach von „Quatsch-Regeln“ Gerhard Scheuch „Maskenpflicht im Freien macht überhaupt keinen Sinn“, sagt einer der führenden Aerosolforscher Deutschlands. Politiker ignorieren den Hinweis

Gerd Antes gilt als ein Wegbereiter der evidenzbasierten Medizin in Deutschland. Er kritisiert, dass die Politik Maßnahmen beschließt, ohne die genaue Lage zu kennen