17.01.2022

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Folge 18-21 vom 07. Mai 2021 / Datenlage / Nichts Genaues weiß man nicht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-21 vom 07. Mai 2021

Datenlage
Nichts Genaues weiß man nicht

Zu den Ärgernissen der COVID-19-Pandemie gehört, dass wir bis heute wenig Detailkenntnisse über die Krankheit haben. Zwar aktualisiert das Robert-Koch-Institut täglich die Daten über die Neuinfizierten, die an beziehungsweise mit Corona Verstorbenen oder auch die aktuellen Inzidenzwerte. 

Allein: Die Zahlen sagen in ihrer Gesamtheit kaum etwas über die tatsächliche Lage im Lande aus. So überraschte Anfang März RKI-Präsident Wieler die Öffentlichkeit mit dem Hinweis, dass ein Großteil der Corona-Patienten auf den Intensivstationen einen Migrationshintergrund hat – was den Schluss zulässt, dass viele Menschen in diesem Land von den Informationen der Gesundheitspolitik nicht erreicht werden. 

Wohin die Nichterfassung detaillierter Informationen führt, erläuterte vor wenigen Tagen der Medizinstatistiker Gerd Antes. Im „heute journal“ des ZDF kritisierte er, dass die Politik in den letzten Monaten auf eine bessere Datengrundlage verzichtet habe. Man wisse bei Neuinfektionen weder, wo und wann sie geschähen, noch, wer am meisten betroffen sei. So seien weder die Arbeits- noch die Wohnverhältnisse der Infizierten miterfasst worden. Gäbe es diese Daten, würden sie wesentlich dabei helfen, zielgenauere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu ergreifen. 

Wie sehr exakte Daten notwendig sind, zeigte unlängst auch Karl Lauterbach. Der medial omnipräsente SPD-Gesundheitsexperte erklärte in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“, dass die Corona-Patienten auf den Intensivstationen „im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt“ seien. Und weiter: „Die Hälfte von denen stirbt. Viele Kinder verlieren ihre Eltern.“ Das Problem nur: Eine Anfrage der FDP-Politikerin Judith Skudelny an die Bundesregierung ergab, dass diese gar keine Kenntnis vom Durchschnittsalter der COVID-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen hat – weil das Alter bislang gar nicht erfasst worden ist. 

Es ist also nicht nur für die Entscheider relevant zu wissen, wie die Corona-Lage im Detail aussieht, sondern auch für die Bürger. neh