18.01.2022

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Folge 18-21 vom 07. Mai 2021 / Linksextremisten / „Dumpfer Wille zur Gewalt“ / 1. Mai: Nach anfänglicher Verharmlosung gibt sich auch SPD-Innensenator Geisel „fassungslos“

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-21 vom 07. Mai 2021

Linksextremisten
„Dumpfer Wille zur Gewalt“
1. Mai: Nach anfänglicher Verharmlosung gibt sich auch SPD-Innensenator Geisel „fassungslos“

Bereits in den Abendstunden des 1. Mai ging Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) mit einer „Zwischenbilanz“ des Maifeiertags an die Öffentlichkeit. Zu einem Zeitpunkt, als die berüchtigte „Revolutionäre 1. Mai-Demo“ der linksextremen Szene in Neukölln noch im Gange war, sagte Geisel, es sei „ein im Wesentlichen friedlicher Tag gewesen“. Am Folgetag sprach der Senator dagegen von einem „dumpfen Willen zur Gewalt“ und beklagte eine hohe Anzahl von verletzten Polizeibeamten, die ihn „fassungslos“ mache. 

Nach Angaben der Innenverwaltung sind am 1. Mai in Berlin mindestens 93 Polizisten verletzt worden. Die Zahl der Festnahmen wird mit 354 angegeben. Geisel bescheinigte Berlins Polizei zwar, auf Konfrontationen vorbereitet gewesen zu sein. Tatsächlich war die Lage bei der „Revolutionären 1. Mai-Demo“ aber so stark eskaliert wie seit Jahren nicht mehr. 

Auch hier keine Mindestabstände

Laut „Tagesspiegel“ hatte die Polizei die Lage zeitweise nicht mehr im Griff. Im Stadtteil Neukölln hatten sich zunächst 5000 Anhänger der linksextremen Szene versammelt, um von dort nach Kreuzberg zu ziehen.

Bereits der Start des Demonstrationszuges verzögerte sich, weil Corona-Mindestabstände nicht eingehalten wurden. Bereits zu diesem Zeitpunkt zündeten Demonstranten Nebeltöpfe und bewarfen Einsatzkräfte mit Böllern. Vollends eskalierte die Lage, als die Polizei den schwarzen Block nach nur 500 Metern auf der Sonnenallee wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln stoppte, um ihn vom Demonstrationszug auszuschließen. Bislang war die linksextreme Szene dadurch aufgefallen, dass sie Corona-Regeln eingehalten hatte, um sich gegen Querdenker und „Corona-Leugner“ abzugrenzen. 

Medien verniedlichen „Enteigner“

Nach dem Stopp artete die Situation aus: Aus dem Demonstrationszug flogen Flaschen und Steine auf Beamte. Auf der Sonnenallee steckten linke Randalierer Haufen aus Papiercontainern und Holzpaletten in Brand. Neben der „Revolutionären 1. Mai-Demo“ scheint sich am Maifeiertag auch eine Demonstration in Berlins Nobelviertel Grunewald als fester „antikapitalistischer“ Protesttermin zu etablieren. Aufgerufen zu einer Fahrraddemo hatte ein „autonomes Quartiersmanagement Grunewald“. Nach Polizeiangaben nahmen in diesem Jahr immerhin etwa 10.000 Personen an der Demonstration teil. 

Ein Großteil der Hauptstadtmedien betonte den friedlichen Verlauf dieses „Enteignungsmarsches“ durch das Stadtviertel. Auffällig oft wiesen Kommentatoren auch auf den „bunten“ und „satirischen“ Charakter des Protestes hin. Geschichtsbewusste Beobachter werden Parolen wie „Villenbesitzer abholen“ oder „Wir enteignen euch alle!“ allerdings weniger als Satire denn als ernst zu nehmende Drohung wahrnehmen. Die Verharmlosung durch Medien verstärkt dabei das ungute Gefühl nur noch. N.H.