17.01.2022

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Folge 18-21 vom 07. Mai 2021 / Stimmen zur Zeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 18-21 vom 07. Mai 2021

Stimmen zur Zeit

Schauspieler Jan Josef Liefers erklärt gegenüber der „Berliner Zeitung“ (30. April), was ihn trotz aller Unterschiede in der heutigen Bundesrepublik an die DDR erinnert:

„Klar, kann man alles sagen, aber nicht ungestraft. Das sind kleine Vernichtungsszenarien, die aufgebaut werden von Leuten, die das offensichtlich gut können. Früher gab es Klassenkampf ... heute gibt es Bubbel-Kampf im Internet ... es geht oft gar nicht um  Meinung, sondern um Ausgrenzung, perfide Bestrafungsaktionen. Man sitzt nicht im Knast, aber gequält wird man auch.“





Susanne Gaschke fragt sich in der „Welt“ (3. Mai), was bei Annalena Baerbock, abgesehen von ihrem Alter, eigentlich dafür spricht, dass sie „frischen Wind“ und „Erneuerung“ in die Politik bringe:

„Im Vergleich zu Scholz und Laschet mag sie ,frisch und modern‘ wirken, weil sie 20 Jahre jünger ist, aber davon abgesehen hat sie die klassische Karriere eines Polit-Apparatschiks hingelegt: Studium, Abgeordnetenmitarbeiterin, abgebrochene Promotion, Landesvorsitzende, Bundestagsabgeordnete, Parteivorsitzende. Sie spricht den hermetischen Jargon der allermeisten Politprofis: presse- und parteitagsgerecht, aber für normale Menschen schwer zu ertragen.“





Der Politikwissenschaftler und PAZ-Autor Herfried Münkler zieht aus dem Abzug des Westens aus Afghanistan eine tiefgreifende weltpolitische Lehre. In der „Neuen Zürcher Zeitung“ (4. Mai) schreibt er:

„Der Truppenabzug ist das Eingeständnis, dass sich der Westen mit dem Projekt einer liberalen Weltordnung überhoben hat ... Die dem Entgegenstehenden ließen sich nicht auf die eigene Seite ziehen, auch nicht mit Geld. Die Religion und die ihr verbundenen Traditionen haben sich als stabile Widerstandsbastion erwiesen.“





Thies Hagge, Pastor in einem Hamburger Brennpunktviertel, beschreibt im „Hamburger Abendblatt“ (4. Mai) die dramatischen Folgen des Lockdown für Kinder aus besonders sozial schwachen Familien:

„Es gibt Kinder, die waren über Monate nicht in der Schule. Wo es vorher schon schwierig war, da eskalieren jetzt die Situationen in einem schlimmen Maß. Das Jugendamt nimmt derzeit deutlich mehr Kinder aus den Familien. Das ist ein Zeichen dafür, was im Verborgenen passiert. Es macht einen großen Unterschied, ob ich als Kind die Pandemie im sozialen Brennpunkt erlebe – oder in einem wohlhabenden Umfeld.“





Wort der Woche

„Im Ortsteil Grunewald wurden tatsächlich schon Menschen aus ihren Häusern gerissen und umgebracht, weil man sie willkürlich für Krisen verantwortlich machte.“

Gunnar Schupelius fühlt sich in der „B.Z.“ (3. Mai) von einer linken Demo in Berlin-Grunewald am 1. Mai, welche die Enteignung der dortigen Hausbesitzer forderte, an die NS-Zeit erinnert