16.01.2022

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Folge 19-21 vom 14. Mai 2021 / Buch-Tauschaktion / Ein Buch lesen in freier Natur am Okull- oder am Langsee / Während der Pandemie haben viele ihre Liebe zur Literatur entdeckt – Allensteiner Bibliothek beteiligt sich an „Bookcrossing-Aktion“

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 19-21 vom 14. Mai 2021

Buch-Tauschaktion
Ein Buch lesen in freier Natur am Okull- oder am Langsee
Während der Pandemie haben viele ihre Liebe zur Literatur entdeckt – Allensteiner Bibliothek beteiligt sich an „Bookcrossing-Aktion“
Dawid Kazański

Auf Initiative der städtischen öffentlichen Bibliothek wurden in Allenstein zwei Punkte eröffnet, an denen Leser Bücher tauschen können. Es handelt sich um kleine Holzhütten mit Bücherregalen und verglasten Türen. Die Einwohner von Allenstein haben somit Gelegenheit, sich an der sogenannten Bookcrossing-Aktion zu beteiligen. 

Die Einrichtungen zum Büchertausch wurden am Sport- und Erholungszentrum am Okullsee und am Wanderweg am Langsee aufgestellt. Ansporn für die Allensteiner Bibliothekare waren erfolgreiche Bookcrossing-Häuser in Lyck, die von der Stiftung „Die Verantwortlichen für Träume“ betrieben werden. 

Weil es in Lyck gelungen ist, auf diese Weise das Interesse für das Lesen zu steigern, griff man in Allenstein diese Idee auf. „Ich bin froh, dass wir dadurch das Lesen in unserer Stadt noch populärer machen können“, freute sich Krzysztof Dąbkowski, der Direktor der städtischen öffentlichen Bibliothek, und fügte hinzu: „Dies ist aber auch eine Außenwerbung für unsere Stadt. Denn hierher, ins Erholungs- und Sportzentrum am Okullsee, kommen Touristen aus den entferntesten Ecken. Ich habe keinen Zweifel daran, dass in der Hütte auch Bücher über Allenstein und die Region zu finden sein werden.“ 

Die Idee der Bücherhütte ist ganz einfach: ein Buch ausleihen, vor Ort lesen oder mit nach Hause nehmen und dann zurückgeben. Bookcrossing an öffentlichen Orten ist für die Städter eigentlich nichts Neues. Schon früher konnte man in Bibliotheken auf Regale mit Buchbeständen stoßen, die Besucher für andere Bücherfreunde hinterlassen hatten. Die Form einer Bücherhütte ist eine Aufforderung, einfach einmal in einer angenehmen Umgebung im Freien zu lesen. 

„Jedes Jahr versuchen wir, etwas Neues für die Besucher des Sport- und Erholungszentrums am Okullsee vorzubereiten“, sagte Jerzy Litwiński, der Direktor der Einrichtung am Stadtstrand. „In dieser Saison ist es gerade das Bücherhäuschen. Ich selbst bin ein Literaturliebhaber, umso mehr freue ich mich, dass diese Initiative ihren Platz in unserem Zentrum gefunden hat.“ 

Pandemie fördert das Lesen

Die Kosten für ein Häuschen betragen umgerechnet etwa 1000 Euro. Die Investition wurde aus dem Haushalt der städtischen öffentlichen Bibliothek finanziert sowie aus Mitteln des Freundeskreises der Bibliothek. Abgesehen von der Idee des Büchertauschs ist es erfreulich, dass die Menschen während der Pandemie offenbar eifriger als sonst Bücher lesen. Das ist das Ergebnis des neuesten Berichts über den Zustand der Leserschaft, der von der Nationalbibliothek veröffentlicht wurde. Diese wuchs landesweit um drei Prozent im vergangenen Jahr und um fünf Prozent in zwei Jahren. 42 Prozent der von der Nationalbibliothek befragten Personen antworteten mit „Ja“ auf die Frage, ob sie im vergangenen Jahr mindestens ein Buch gelesen hätten. Dies ist das beste Ergebnis seit sechs Jahren. 

Am häufigsten lesen Befragten Sensations- und Kriminalliteratur (24 Prozent), Belletristik (20 Prozent) sowie Biographien, Memoiren und historische Bücher über das 20. Jahrhundert (19 Prozent). Erzwungene Isolation, soziale Distanz, Angst vor Ansteckung, geschlossene Kinos und Theater, ferngesteuerte Arbeit vor dem Computerbildschirm sowie Langeweile sind nur einige der Gründe, die ein gesteigertes Interesse an Büchern hervorrufen.