26.01.2022

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Folge 20-21 vom 21. Mai 2021 / Kulturland Brandenburg / An Arbeit mangelte es nicht / Brandenburg entdeckt die Industriekultur – Ehrgeizige Veranstaltungspläne in Zeiten der Pandemie

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-21 vom 21. Mai 2021

Kulturland Brandenburg
An Arbeit mangelte es nicht
Brandenburg entdeckt die Industriekultur – Ehrgeizige Veranstaltungspläne in Zeiten der Pandemie
H. Tews

Die Industriekultur ist Themenschwerpunkt des diesjährigen der Veranstaltungsfestivals, welche unter der Marke Kulturland Brandenburg seit 1998 alljährlich in verschiedenen Orten des Bundeslandes und mit verschiedenen Schwerpunktthemen stattfinden. Stand schon vergangenes Jahr das Thema „Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg“ wegen der Pandemie unter keinem guten Stern, so bleibt auch dieses Mal vieles noch in der Schwebe. Einige Termine stehen aber schon fest.

Wegen der aus der Pandemie folgenden Unsicherheiten bei der Planung haben sich die Veranstalter entschlossen, in der Programmbroschüre keine Termine bekannt zu geben. Sicher aber scheint zu sein, dass die Eröffnung des Themenjahres unter dem Motto „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ am 4. Juni in der Borsighalle von Eberswalde ablaufen soll.

Die Stadt Eberswalde und das Finowtal gelten als die Wiege der Industrialisierung in Brandenburg und als das „märkische Wuppertal“. Die Region war lange Zeit ein Motor der industriellen Entwicklung in Brandenburg. Nach 1990 mussten viele Betriebe schließen. Mittlerweile gelingt es jedoch, mit modernen Produkten eine neue Industrie an traditionellen Standorten aufzubauen.

Seit dem 7. Mai kann man im Wustrauer Brandenburg-Preußen-Museum wieder die Ausstellung „(K)ein Kinderspiel – Kindheit und Industrialisierung“ betrachten. In der bis zum 5. Dezember laufenden Schau werden innovative Spielzeuge der Kaiserzeit ausgestellt und das Problem der Kinderarbeit im Industriezeitalter erörtert. 

Im Museumsdorf Baruther Glashütte blickt man aktuell bis zum 15. August auf „Werkssiedlungen in Brandenburg“. Diese waren einst moderne Wohnformen des Industriezeitalters. Heute sind sie Orte des Kreativtourismus. Die Ausstellung blickt nicht nur auf die Entstehung und Entwicklung dieser besonderen Wohnformen. In der ehemaligen Baruther Arbeitersiedlung entsteht gleichzeitig eine Zukunftswerkstadt für Kreativschaffende.

Die ehemalige Selbstbedienungskaufhalle in Eisenhüttenstadt widmet sich vom 8. Juni bis 3. Oktober mit „Druschba – Die Kulturkampagne zum Bau der Erdgasleitungen“ der „Druschba-Trasse“ (deutsch: Freundschaft), dem Abschnitt einer über 500 Kilometer langen Erdgasleitung in der DDR, welche damals zusammen mit den Sowjets gebaut wurde. Das Kunstarchiv Beeskow verfügt über eine größere Anzahl von Gemälden, Grafiken, Fotografien und Zeichnungen, die im Kontext der Trasse entstanden sind.

Von der Bronzezeit über die Eisenzeit bis zur Entstehung des Hüttenwerks in Peitz und dem Eisenhammer in Lauchhammer blickt das Stadtmuseum Cottbus mit der vom 1. Juli bis 7. November geplanten Ausstellung „3000 Jahre Lausitzer Industriekultur“. In Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Archäologischen Landesmuseum erklärt man die Wege der Energiegewinnung. Seien es Holz und Holzkohle, die den Bronze- und Eisenguss bestimmten, oder die Braunkohle und Braunkohlebriketts, ohne die das Textil- und Glasgewerbe nicht existiert hätte.

Das Landart-Projekt „Faser-Stoff-Papier 2.0“, das vom 4. bis 25. Juli am Bahnhof Großderschau zu sehen sein soll, stellt heute stillgelegte und teils als Denkmale erhaltene Industriebetriebe vor, die pflanzliche, tierische und chemische Fasern produzierten und verarbeiteten. Faserstoffe sind ein Querschnittsthema der Industriekultur im Nordwesten des Landes Brandenburg. Mit digital erfahrbar gemachten Objekten aus DDR-typischen Faserstoffen und Freiluft-Installationen bestücken Künstler die ehemalige Bahnstrecke in Großderschau.

Weitere Veranstaltungen werden weitgehend digital ablaufen. So bündeln vier Museumsstandorte im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit dem Projekt „Papier, Spiegel, Schuhe & Kartoffel“ gemeinsame Interessen und präsentieren eine Ausstellung zur Industriekultur der Region, die nur online zu erleben ist. Dabei entsteht eine Route, die die teilnehmenden Museen – die Patent-Papierfabrik Hohenofen, das junge Museum Kyritz, das Wegemuseum Wusterhausen und das Technische Denkmal Gaswerk Neustadt (Dosse) – miteinander verbindet.

Aktueller Programmkalender www.kulturland-brandenburg.de