18.01.2022

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Folge 21-21 vom 28. Mai 2021 / Atomwaffen / Ein Zwerg neben den Nuklearmächten USA und Russland / Nun aber scheint das Reich der Mitte eine sukzessive Modernisierung der eigenen Kernwaffenbestände anzustreben

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-21 vom 28. Mai 2021

Atomwaffen
Ein Zwerg neben den Nuklearmächten USA und Russland
Nun aber scheint das Reich der Mitte eine sukzessive Modernisierung der eigenen Kernwaffenbestände anzustreben

Als im August 1945 erstmals Kernwaffen über Hiroshima und Nagasaki explodierten, sagte der damalige chinesische Partisanenführer Mao Tse-tung zu dem US-amerikanischen Journalisten Peter Fleming: „Die Atombombe ist ein Papiertiger.“ 19 Jahre später zündete das Reich der Mitte einen eigenen nuklearen Sprengsatz in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas. Seither zählt die Volksrepublik zu den Atommächten.

Bislang legte Peking keinen sonderlichen Wert auf den Ausbau seines nuklearen Drohpotentials. Während die USA derzeit 5800 Atomsprengköpfe horten und Russland sogar 6375 Kernwaffen besitzen will, wird das diesbezügliche chinesische Arsenal auf lediglich 320 Sprengköpfe geschätzt. Darüber hinaus sollen sich diese samt und sonders in Reserve befinden, also nicht rund um die Uhr abschussbereit sein. 

Allerdings scheint das Reich der Mitte nun eine sukzessive Modernisierung der eigenen Kernwaffenbestände anzustreben. Zudem arbeitet die Volksbefreiungsarmee am Ausbau ihrer Raketenstreitkräfte, um die vorhandenen Sprengköpfe mit mehr Sicherheit und Genauigkeit ins Ziel zu bringen, und das auch über sehr große Entfernungen.

Momentan verfügt China über folgende landgestützte ballistische Raketen der Typenreihe Dong Feng (Ostwind): rund 108 Mittelstreckenraketen DF-21 und DF-26 mit Reichweiten von 1750 bis 3500 Kilometern, fünf Langstreckenraketen DF-4 und sechs Stück DF-31 mit 5500 beziehungsweise 7000 Kilometern Reichweite und knapp 70 Interkontinentalraketen DF-5A und B sowie DF-31A und AG. Letztere vermögen wahrscheinlich zwischen 11.000 und 13.000 Kilometer zurückzulegen. Dazu kommen 48 JL-2 mit 7200 Kilometern Reichweite für den Abschuss von Bord der vier nukleargetriebenen strategischen U-Boote der Jin-Klasse sowie hunderte Marschflugkörper CJ-10 und CJ-20 der Reihe Chang Jian (Langes Schwert), die sowohl von Landfahrzeugen als auch Flugzeugen und Schiffen starten und teilweise an die 2000 Kilometer weit fliegen können. Darüber hinaus wären da noch 20 Bomber vom Typ Xian H-6K, welche dazu taugen, bis zu neun Tonnen schwere Atomwaffen ins Ziel zu bringen. 

Gleichzeitig befindet sich derzeit die Rakete DF-41 in der Endphase ihrer Entwicklung. Sie soll mehrere Sprengköpfe tragen, von denen einige als Täusch- beziehungsweise Penetrationskörper zur Durchdringung der US-Raketenabwehr fungieren. Mit einer vermutlichen Reichweite von bis zu 15.000 Kilometern dürfte die DF-41 in der Lage sein, sowohl das komplette Territorium der Vereinigten Staaten als auch ganz Europa zu attackieren.W.K.