18.01.2022

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Folge 21-21 vom 28. Mai 2021 / Wofür steht die FDP?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-21 vom 28. Mai 2021

Wofür steht die FDP?
Manuela Rosenthal-Kappi

Die Freien Demokraten haben derzeit gute Laune. Sah es lange Zeit so aus, als würden sich die Liberalen von ihrer Absage an eine Regierungsbeteiligung nach der letzten Bundestagswahl kaum noch erholen, so liegen sie derzeit in den Sonntagsfragen der Meinungsforschungsinstitute stabil bei elf bis 13 Prozent. Viel wichtiger noch ist, dass sie angesichts der aktuellen Werte bei der Bundestagswahl im Herbst zum Zünglein an der Waage werden könnten. In den derzeit gehandelten Szenarien führt kaum ein Weg an der FDP vorbei. 

In ihrem Höhenflug profitieren die Liberalen vor allem von den Schwächen der anderen Parteien – von der CDU, die in ihrem Bestreben, dem grünen Zeitgeist hinterherzulaufen, ordnungspolitisch orientierte Anhänger verprellt hat, ebenso wie von der AfD, von der sich so mancher einstiger „Lucke-Wähler“ inzwischen wieder abgewandt hat. 

Doch in der momentanen Stärke liegt auch eine Gefahr. Die Volatilität ihrer Werte in Umfragen und jüngsten Wahlergebnissen zeigt, dass ein Großteil der liberalen Unterstützer Wechselwähler sind, die ebenso schnell wie sie gekommen sind, auch wieder zu den anderen Parteien zurückkehren können. 

Vor diesem Hintergrund ist es bedenklich, dass die Wähler nicht wissen, was sie am Ende bekommen, wenn sie ihre Stimme den Liberalen geben: eine „Deutschland-Koalition“ mit Union und SPD? Oder eine „Jamaika-Koalition“ mit Union und Grünen? Oder eben doch eine klassische „Ampel-Koalition“ mit Sozialdemokraten und Grünen? 

Vermutlich dürften sich wohl nur die wenigsten bürgerlichen Wähler darüber freuen, wenn sie im Herbst ihr Kreuz bei einer bürgerlichen Partei setzen – um dann am Ende in einer mehrheitlich linken Koalition aufzuwachen. Insofern muss Parteichef Lindner dringend erklären, wofür seine Partei steht.