26.01.2022

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Folge 21-21 vom 28. Mai 2021 / Linke Gewalt / „Unser aller Freiheit ist bedroht“ / „Akteure des Totalitären“: Der Schriftsteller Jörg Bernig mahnt nach Angriff auf Dresdener Buchhaus zur Klarheit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-21 vom 28. Mai 2021

Linke Gewalt
„Unser aller Freiheit ist bedroht“
„Akteure des Totalitären“: Der Schriftsteller Jörg Bernig mahnt nach Angriff auf Dresdener Buchhaus zur Klarheit
Erik Lommatzsch

Mitte April war auf die von Susanne Dagen geführte Buchhandlung in Dresden-Loschwitz ein nächtlicher Anschlag verübt worden: Zerstörungen, eine Explosion, Buttersäure. Das Geschäft befindet sich im Wohnhaus von Dagens Familie. Der Staatsschutz ermittelt, vermutet werden Täter aus dem linksradikalen Spek­trum. Das breite Angebot des „Buchhauses Loschwitz“, des angeschlossenen „Kulturhauses“ sowie das Engagement Dagens hatten politische Gesinnungswächter schon seit Längerem immer wieder auf den Plan gerufen. 

Mit dem Anschlag hatte dies allerdings eine neue Dimension erreicht. Die Gewalttat war Anlass für den Dresdner Stadtrat, dem die Buchhändlerin als Vertreterin der Freien Wähler angehört, am 12. Mai eine aktuelle Stunde auf die Tagesordnung zu setzen zum Thema „Gewaltfreiheit als unverhandelbare Grundlage politischer Meinungsbildung“. 

FDP-Politiker spielt Gefahr herunter

Wie es um die Problematik des derzeitigen, medial großflächig unterstützten, linkslastigen Klimas steht, zeigten mehrere Stellungnahmen. Um Relativierung war man bemüht, ausführlich wurde auf andere Übergriffe verwiesen, etwa auf Obdachlose, Roma, dunkelhäutige Menschen oder Muslime. Was angegriffene Volksvertreter angehe, so empfahl der FDP-Politiker Holger Zastrow gar, „allen, die davon betroffen sind, einfach mehr Gelassenheit“. 

Deutliche Wort hingegen fand der Autor Jörg Bernig, der als externer Redner für die Freien Wähler sprach. Er verwies darauf, dass bezüglich der Buchhandlung nicht lediglich wegen Sachbeschädigung, sondern wegen eines Sprengstoffanschlags ermittelt werde. Bernig erinnerte daran, dass er gemeinsam mit seinem Schriftstellerkollegen Uwe Tellkamp bereits im vergangenen Jahr die „Verwahrlosung und gewalttätige Aufladung“ in Berichten über Menschen beklagt hatte, „die sich kritisch zu problematischen Entwicklungen“ äußerten (die PAZ berichtete). Die damaligen Befürchtungen, „derlei verbale Attacken“ könnten Konsequenzen haben, sieht Bernig mit dem Anschlag auf Dagens Geschäft bestätigt. Abermals sei nun zu fragen: „Welchen Folgeschritt soll diese Attacke vorbereiten?“ 

Der Autor erinnerte an den Terror der Französischen Revolution, des Bolschewismus und des NS-Regimes. Sie alle postulierten die „Errichtung einer besseren Welt“, man sah sich ermächtigt, „zu totalitären Mitteln zu greifen“. Derartiges sei auch heute in unserem Gemeinwesen auszumachen.

Nicht nur die Meinungsfreiheit sei beschränkt und angegriffen, sondern die Freiheit schlechthin: „Nämlich dort, wo die einen den anderen den Raum ihrer Freiheit beschädigen oder zerstören wollen.“ Man solle „auf Euphemismen verzichten“ und „diejenigen, die uns allen verbal oder physisch Gewalt antun, als das bezeichnen, was sie sind: Akteure des Totalitären“. 

Der Anschlag auf die Buchhandlung sei „nicht nur ein Anschlag auf Personen oder einen Kulturort. Die zielgerichtet eingesetzte Gewalt soll Angst und Schrecken verbreiten, sie soll einschüchtern und einen Herrschaftsraum markieren.“ Bernig appelliert daran, dass unser aller Freiheit gemeint sei – eine Tatsache, die vielen seiner Vorredner nicht bewusst zu sein schien.