18.01.2022

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Folge 22-21 vom 04. Juni 2021 / AfD / „Er sollte den Weg für einen Neuanfang frei machen“ / Nach dem Urwahl-Sieg von Chrupalla und Weidel ist die Luft für Meuthen noch dünner geworden

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 22-21 vom 04. Juni 2021

AfD
„Er sollte den Weg für einen Neuanfang frei machen“
Nach dem Urwahl-Sieg von Chrupalla und Weidel ist die Luft für Meuthen noch dünner geworden
Peter Entinger

Der Parteivorsitzende Tino Chrupalla und die bisherige Fraktionsvorsitzende Alice Weidel führen die Alternative für Deutschland in den anstehenden Bundestagswahlkampf. Das Ergebnis der Urwahl fiel eindeutig zugunsten des favorisierten Lagers aus. Nicht einmal ein Drittel der Stimmen der Parteibasis entfiel auf die von Co-Parteichef Jörg Meuthen favorisierte Bundestagsabgeordnete Joana Cotar und ihren Partner aus Niedersachsen, Joachim Wundrak. 

Für Meuthen ist das eine herbe Niederlage, hatte er sich zuvor doch eindeutig für die Beiden ausgesprochen. Entsprechend knapp fiel seine Reaktion auf den Wahlausgang aus. „Ich gratuliere den beiden zu ihrer Wahl und wünsche ihnen viel Erfolg bei ihrer nun anstehenden Aufgabe, die AfD in den kommenden Monaten als führende Repräsentanten unseres Bundestagswahlkampfes zu vertreten“, teilte Meuthen mit. 

Die unterlegene Cotar war immerhin bemüht, keine schmutzige Wäsche zu waschen. „Sie haben eine Mehrheit der Parteimitglieder für sich gewinnen können und werden uns nun in den anstehenden Bundestagswahlkampf führen. Ich freue mich darauf, die Beiden in den nächsten Monaten tatkräftig unterstützen zu können“, erklärte die Hessin.

Verlierer Cotar gab sich kämpferisch

Ihr Mitstreiter Wundrak ergänzte: „Wir schauen nun gemeinsam nach vorn, um einen erfolgreichen Wahlkampf für die AfD und für die Interessen Deutschlands und des Deutschen Volkes zu führen.“ Gleichzeitig ließ der frühere Bundeswehrgeneral aber auch durchblicken, wie sehr das Ergebnis den „gemäßigten Flügel“ der Partei getroffen hat: „Unseren Wählern und insbesondere den vielen unermüdlichen Unterstützern im ganzen Land danke ich ganz besonders und von Herzen. Ich bitte sie, auch nach einer verlorenen Wahl wie dieser, nicht enttäuscht aufzugeben“, schrieb er. 

Viel wird nun davon abhängen, ob die AfD unter dem Duo Chrupalla/Weidel bei der Bundestagswahl das Ergebnis von 2017 halten kann. Sollten sie dies schaffen, könnten beide auch gemeinsam bei den anstehenden Bundesvorstandswahlen im Herbst nach der ganzen Macht innerhalb der Partei greifen. „Bis dahin wird noch viel Wasser den Rhein runterfließen“, sagte Weidel. Cotar gab sich schon einmal kämpferisch: „Entscheidend ist nicht, wer die Partei in den Wahlkampf führt, sondern wer die Partei nach dem Parteitag führt.“ 

Doch die Luft für Meuthen und seine Mitstreiter wird immer dünner. Der Thüringer Bundestagsabgeordnete Jürgen Pohl forderte bereits dessen Rücktritt: „Meuthen hat sich eindeutig positioniert und verloren. Das war eines Bundessprechers unwürdig und damit hat er sein spalterisches Tun fortgesetzt. Er sollte den Weg für einen Neuanfang frei machen.“ Doch noch denkt Meuthen nicht daran.