18.01.2022

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Folge 22-21 vom 04. Juni 2021 / Wirtschaftsklima / „Das Gröbste ist überstanden“ / Corona hat der deutschen Wirtschaft arg zugesetzt, aber die Stimmung ist hoffnungsfroh

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 22-21 vom 04. Juni 2021

Wirtschaftsklima
„Das Gröbste ist überstanden“
Corona hat der deutschen Wirtschaft arg zugesetzt, aber die Stimmung ist hoffnungsfroh
Peter Entinger

Die deutsche Wirtschaft stöhnt unter den Folgen der Corona-Pandemie. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im ersten Quartal nach neuesten Zahlen um 1,8 Prozent gesunken – und damit stärker als bisher errechnet. Der zweite Lockdown infolge der Corona-Pandemie hat die Konjunktur damit hart getroffen. Durch Geschäfts- und Restaurantschließungen wurde vor allem der private Konsum gedrosselt, der normalerweise eine Stütze der heimischen Konjunktur ist. Die privaten Konsumausgaben brachen entsprechend um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Negativ wirkte sich auch das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung zum Jahreswechsel aus. Verbraucher hatten wegen der niedrigeren Steuersätze Anschaffungen auf das zweite Halbjahr 2020 vorgezogen. Diese Käufe fehlten nun in der Konsumstatistik der ersten drei Monate des laufenden Jahres. 

Dennoch gibt es Anzeichen, die Hoffnung machen. „So bitter die neuerlichen wirtschaftlichen Rückschläge im ersten Quartal waren, es sind vorerst die letzten gewesen“, glaubt der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, und sagt weiter: „Die stark fallenden Inzidenzwerte und die voranschreitende Immunisierung breiter Bevölkerungsgruppen werden Lockerungen möglich machen. Es zeichnet sich ein entspannter Sommer ab, der die Ladenkassen in den deutschen Innenstädten klingeln lassen wird.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier versprach vor dem Hintergrund der aktuellen Situation den Unternehmen, die staatlichen Corona-Hilfen über den bislang geplanten 30. Juni hinaus zu verlängern. „Ich sage Ihnen zu: Wir werden das so lange fortführen, wie es eine nennenswerte Zahl von Unternehmen gibt, die unter den Spätfolgen von Corona nach wie vor leiden“, sagte Altmaier im Polittalk der „Bild“-Zeitung. 

Das beurteilt die Bundesbank ähnlich. Es bestehe die Aussicht, dass die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie in den kommenden Monaten erheblich gelockert werden könnten. Im Frühjahr und noch mehr im Sommer könne die Wirtschaft stark zulegen und ihr Vorkrisenniveau „bereits im Herbst wieder überschreiten“, so die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht.

Immerhin haben im Corona-Jahr 2020 umfangreiche staatliche Eingriffe in ganz Europa eine Welle von Firmenpleiten verhindert. Das geht aus einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, erklärt den „paradoxen Rückgang der registrierten Insolvenzfälle“ in der Corona-Krise mit den erheblichen Finanzhilfen der Staaten und mit aufgrund der Pandemie vorgenommenen Änderungen am Insolvenzrecht. Grund für eine Entwarnung sind die niedrigen Insolvenzzahlen nach seiner Einschätzung deshalb nicht. Die Entwicklung spiegele nicht die wahre wirtschaftliche Situation vieler Branchen und Unternehmen wider.

Clemens Fuest, Chef des Ifo-Forschungsinstituts, spricht unterdessen von einer „schwierigen Phase“, in der es aber auch Hoffnung gebe. „Das Gröbste ist überstanden. Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf. Wir werden einen entspannten Sommer erleben.“