17.01.2022

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Folge 22-21 vom 04. Juni 2021 / Meldungen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 22-21 vom 04. Juni 2021

Meldungen

Nachbarn sprangen ein 

Berlin – Der vergangene Monat zeigte wieder einmal, dass die deutsche Energiewende überhaupt nur funktionieren kann, wenn im Notfall „schmutziger“ Strom aus französischen Atommeilern oder polnischen Kohlekraftwerken zur Verfügung steht. Am Morgen des 17. Mai fehlten in Deutschland drei Gigawatt. Das entspricht der Leistung von zwei großen Kernkraftwerken wie Chooz B2 oder Civaux in Frankreich. Ohne sofortige Stromlieferungen aus dem Nachbarland wären deshalb in Teilen der Bundesrepublik die Lichter ausgegangen. Und am Abend des 18. Mai betrug das Defizit dann sogar 10,7 Gigawatt. Das machte erneute Stromimporte aus Frankreich sowie nun auch aus Polen nötig. Das europäische Netz war zu diesem Zeitpunkt gerade wieder stabil, nachdem es kurz zuvor durch den Ausfall von zehn Blöcken des polnischen Kohlekraftwerkes Bełchatów (Belchental), die normalerweise 3,9 Gigawatt produzieren, einen starken Spannungsabfall gegeben hatte.W.K.





Elf Prozent US-Inflation?

Petaluma in Kalifornien – John Williams, der Gründer der auf Alternativangebote zu den offiziellen US-Statistiken spezialisierten Website „Shadowstats.com“, wirft der US-Zentralbank vor, die Kontrolle über die Inflation verloren zu haben und mit einer nie zuvor erreichten Geschwindigkeit neues Geld zu schaffen. Im Interview erklärte Williams, das System sei auf Liquidität durch frisch geschaffene US-Dollar angewiesen, um zu funktionieren. Laut Williams habe die US-Notenbank nur noch die Wahl zwischen Inflation oder Implosion des Finanzsystems. Nach aktuellen Berechnungen von Shadowstats.com liegt die derzeitige Inflation bei über elf Prozent. Offiziell weisen die USA für den April 2021 eine Inflationsrate von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Für das Jahr 2022 sieht Williams die Gefahr, dass der Preisauftrieb sogar hyperinflationäre Züge annimmt. Williams verwendet für seine Inflationsberechnung Kriterien und Methoden, die bis in die 1980er Jahre in den USA offizieller Standard waren.N.H.





EU-Markt zu unattraktiv 

Moskau – Der russische Energiekonzern Gazprom gab in der vergangenen Woche bekannt, dass die Gaspipeline Nord Stream 2 das letzte derartige Projekt für den europäischen Markt sein wird. In Zukunft sollen die russischen Gasexporte auf die schnell wachsenden Märkte in Asien, vor allem auf China, konzentriert werden. Zur Begründung hieß es, dass der europäische Markt in letzter Zeit immer mehr politisiert worden sei und die EU wegen der zusätzlichen CO₂-Kosten im Zuge des Green Deals zunehmend unattraktiv werde. China und andere asiatische Länder interessierten sich für das russische Gaspipeline-Projekt Sojus-Wostok. Die Ressourcen für diese Pipeline liegen in westsibirischen Feldern, von denen bislang die Gaslieferungen an den Westen kamen. MRK