27.01.2022

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Folge 23-21 vom 11. Juni 2021 / Aufgefallen / An der Schwelle zur Lachnummer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 23-21 vom 11. Juni 2021

Aufgefallen
An der Schwelle zur Lachnummer

Diese Zahlen markieren einen weiteren Einschnitt im schmerzhaften Niedergang der Sozialdemokraten: Mit laut Forsa bundesweit nur noch 14 Prozent liegt die SPD erstmals mit der FDP bei einer Umfrage gleichauf. Das „Unentschieden“ zwischen Roten und Gelben wirft die Frage auf, mit welcher Begründung die Sozialdemokraten eigentlich einen Kanzlerkadidaten aufgestellt haben.

Erinnerungen an die Wahl von 2002 werden wach. Damals hatte sich die FDP auf Inspiration von Jürgen Möllemann das Ziel 18 Prozent gesetzt und Guido Westerwelle selbstbewusst zum Kanzlerkandidaten ausgerufen. In der öffentlichen Debatte sahen sich die Liberalen daraufhin wahlweise dem Vorwurf der Großmäuligkeit oder blankem Spott ausgesetzt.

Man mag es kaum noch für möglich halten: In den 80er Jahren galt der „30-Prozent-Turm“ als schlimme Demütigung für Union oder SPD. Dass eine der beiden damaligen Volkspartein bundesweit unter die 40-Prozent-Marke rutschten könnte, galt als Höchststrafe, daher die Metapher vom Turm wie von einem Gefängnis.

Und vor wenigen Jahren noch lästerten Kommentatoren, dass die SPD nun ihr eigenes „Projekt 18“ verfolge, anderes als die Westerwelle-FDP aber auf dem Weg von oben, nicht von unten. Heute würden die Sozialdemokraten ein Resultat von 18 Prozent bei der kommenden Bundestagswahl tatsächlich als Erfolg feiern. So rundet sich die Tragödie einer Partei. H.H.