17.01.2022

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Folge 25-21 vom 25. Juni 2021 / Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 25-21 vom 25. Juni 2021

Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

Bremen

Vorsitzender: Heinrich Lohmann, Geschäftsstelle: Parkstraße 4, 28209 Bremen, Telefon (0421) 3469718

Sprechstunden und Treffen

Bremen – Nun dürfen wir neue Zuversicht gewinnen und zögern nicht, die Sprechstunden in unserer Geschäftsstelle Parkstraße 4 wieder anzubieten. Diese sind donnerstags von 15 Uhr bis 17.30 Uhr. Frau Struckmeyer wird dort sein und Ihre Anliegen persönlich oder telefonisch (0421) 3469718 gerne entgegennehmen.

Wir möchten Sie auch zu einem ersten Treffen einladen. 

Mittwoch, 14. Juli, 12 Uhr, Hotel Robben, Grollander Krug, Emslandstraße 30, Bremen-Grolland:  Treffen mit Königsberger Klops-Essen zum Preis von 14,90 Euro pro Person. Sie erreichen das Lokal mit den BSAG-Linien 1 und 8, Haltestelle „Norderländerstraße“.

Wir bitten um verbindliche telefonische Anmeldung bei Frau Schramm (04298) 698765 oder bis zum 8. Juli in der Geschäftsstelle. 

Im Anschluss an das Klopsessen möchten wir dann ab zirka 14 Uhr unsere Jahreshauptversammlung durchführen. Anträge zur Versammlung sind bis zum 8. Juli an unsere Geschäftsstelle zu richten!


Schleswig-Holstein

Vorsitzender: Edmund Ferner, Julius-Wichmann-Weg 19, 23769 Burg auf Fehmarn, Tel.: (04371) 8888939, E-Mail: birgit@kreil.info

Treuemedaille und Urkunde

Landesgruppe – Die Landesgruppe der LO Schleswig-Holstein (SH) hat 722 Mitglieder, die sich auf 19 Ortsgruppen (OG) verteilen und 3 Einzelmitglieder (Stand 2020). Der Vorsitzende der Landesgruppe Edmund Ferner ist stolz darauf, dass in SH eine so große Mitgliedschaft aktiv nach mehr als 75 Jahren Flucht und Vertreibung die ostpreußische Kultur und die Erinnerung an die alte Heimat pflegt.

Einen großen Verdienst an der Vielzahl der OG und Mitglieder haben dabei die Vorsitzenden der OG, die unermüdlich durch die Zusammenkünfte der Erlebnisgeneration, aber zum Teil auch jungen interessierten Menschen das Nichtvergessen an Ostpreußen aufrechterhalten.

Es war daher Edmund Ferner ein besonderes Anliegen, die Vorsitzenden der OG und den Landesvorstand durch Überreichen einer Urkunde mit dem Wortlaut: „Die Landsmannschaft Ostpreußen spricht -Frau/Herrn …- für Treue und Bekenntnis zur ostpreußischen Heimat Dank und Anerkennung aus“ und einer Medaille mit Ostpreußenadler ihre Arbeit in den OG und ihren Einsatz für Ostpreußen zu würdigen. Die Urkunden wurden den Geehrten per Post zugesandt. Für den Landesvorstand fand in der OG Bad Schwartau beim Unterzeichnenden die Übergabe im Rahmen einer Vorstandssitzung statt. Die Laudatio zur Überreichung der Urkunde an Edmund Ferner überbrachte der Sohn des stellvertretenden Vorsitzenden Peter Gerigk, der aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte. Peter Gerigk führte in seiner Würdigung für den Landesvorsitzenden Folgendes aus: Edmund Ferner wurde am 4. September 1935 in Königsberg geboren. Nach Flucht und Vertreibung lebte er zunächst in Lübeck, absolvierte sein Abitur in Hamburg, studierte auf Lehramt, das er letztlich an der Realschule in Burg auf Fehmarn ausübte. Seit über 48 Jahren auf Ortsebene und seit über vier Jahrzehnte ist er als Landeskulturreferent der Landesgruppe der LO in SH tätig. Seit vielen Jahren ist Ferner im Kulturausschuss des BdV-Landesverbandes in SH und dort auch Vorsitzender gewesen. Mit besonderem Engagement, mit hohem Intellekt und mit persönlichem Mut hat Ferner seit Jahrzehnten seine idealistische Aufgabe als Wahrer und Interpret ostpreußischen Kulturgutes wahrgenommen. Als Leiter der Kulturreisegruppe der LO arrangierte er regelmäßig Fahrten nach Ostpreußen, aber auch in viele andere Länder, die stets eine breite Resonanz fanden. 

Ferner hat in einer hervorragenden organisatorischen Leistung seine Idee mit Unterstützung der Stadt Ostseeheilbad Burg verwirklicht, im Stadtpark die „Gedenkstätte deutscher Osten“ zu schaffen, die als beispielhaftes Mahnmal für das Heimatrecht kündet und in ganz Deutschland als Kulturdenkmal anerkannt wird. 1983 wurde Edmund Ferner für diese und aufgrund seiner zahlreichen Aktivitäten zum Wohle der Allgemeinheit und insbesondere seines ausgezeichneten Beitrages zur deutsch-russischen Verständigung und Zusammenarbeit vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt, und 1992 wurde er vom Ministerpräsidenten SH mit der Schleswig-Holstein-Medaille ausgezeichnet. Besonders auch in der „Förderung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages e.V.“ hat er sich hohe Verdienste erworben. Das Präsidium des Komitees des Freundschaftsvertrages ernannte Ferner 1981 zum Generalsekretär für SH. Weiterhin war er nicht nur im Rahmen der LO auf kulturellem Gebiet tätig, sondern hat in seiner Eigenschaft als Mitglied des Kulturausschusses des LvD beispielhaft Kulturarbeit betrieben und somit zur Verständigung zwischen Menschen in der neuen schleswig-holsteinischen Heimat, aber auch weit über die Grenzen hinaus in hervorragender Weise Verbindungen geschaffen. 

Zusammenfassend hat Edmund Ferner zur Festigung des Zusammengehörigkeitsgefühls von Alt- und Neubürgern, von Einheimischen und Vertriebenen und zur Stärkung des Heimat- und Landesbewusstseins in SH und darüber hinaus Wesentliches beigetragen. Für all sein Tun und die Liebe und Treue zu Ostpreußen wird ihm die Urkunde und Treuemedaille verliehen.

Familie Klemens

Bad Oldesloe/Tremsbüttel – Nach der Corona-Pause waren die Ost- und Westpreußen aus Bad Oldesloe und Tremsbüttel von Georg und Karle Baltrusch in den Schwalbenweg eingeladen. Die Tremsbütteler brachten eine Bekannte mit, die sich gleich unserer Gruppe anschloss. Ihr vor einiger Zeit verstorbener Mann war hier mit der Vorsitzenden in einer Klasse. 

Ulrich Klemens sprach über sein Elternhaus, einen Erbbauernhof in Budwethen (später Ansorge) im Kreis Elchniederung zwischen Tilsit und dem Kurischen Haff. 

Nach der Hofkarte hatte der Bauernhof eine Gesamtfläche von 52,36 Hektar, aufgeteilt in Acker und Weiden sowie Grünland. 

Angebaut wurden Winterroggen, Hafer, Sommergerste, Mengengetreide, Kartoffeln und Kohlrüben (Wrucken), 50 Prozent diente den Futterpflanzen: Klee, Ackerweiden und Wiesen. Im Jahr gab es 22 bis 35 Kühe, zehn bis 19 Pferde mit Fohlen. Es mussten immer vier Gespanne bestückt werden. Die Schweinehaltung war gering, nur für die Nachzucht, den Eigenbedarf und die staatliche Ablieferungspflicht. Schafe wurden nur für eigene Wolle gehalten, ebenso Geflügel nur für den Eigenbedarf. Alles ist in der exakten Buchführung abzulesen, die die Mutter Eva Klemens bis zur Flucht im Oktober 1944 bearbeitete. 

Auch die Steuern sind darin festgehalten, die Abgabe für den Reichsnährstand, Feuerversicherung und dergleichen. 

Fünf Kinder wuchsen in dem prächtigen Zuhause auf. Ulrich, der Älteste, wurde 1936 geboren. Dann folgten Manfred, Wolfgang Heinrich, Peter Werner und die Schwester Walburg. Ulrich und später auch sein Bruder Manfred hatten einen zwei Kilometer langen Schulweg zur Schule in Sköpen. 

Im Oktober 1944 war die Ostfront weiter in Ostpreußen vorgedrungen. Als der Befehl zur Flucht kam, wurden zwei Gespanne mit sieben Pferden zusammengestellt. Es ging in Richtung Heiligenbeil, zunächst noch in einer geordneten Kolonne. Das änderte sich bald, da immer mehr treckende Dörfer von allen Seiten dazu kamen und auch die Wehrmacht die Straßen beanspruchte. 

Über Schlochau und Deutsch Krone kam Familie Klemens in die Gegend von Stettin und überquerte am 15. Februar 1945 die Oder. Sie landeten in der Altmark, die ihr zur zweiten Heimat wurde. In Lückstedt arbeitete die Mutter zunächst bei Bauern, dann als Melkerin in der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der DDR (LPG). 

So konnte sie ihre Kinder schon morgens mit Milch und Milchsuppe versorgen. Die Kinder gingen in Lückstedt zur Schule, Ulrich absolvierte eine Maler-Lehre, machte sich dann aber allein auf den Weg nach Westen zu Verwandten, die in Grabau als Flüchtlinge lebten. 

In der lebhaften Aussprache gab es auch eigene Fluchterlebnisse. 

Die Gäste dankten Familie Baltrusch für den Nachmittag und besonders Frau Karla für die schöne Kaffeetafel. Gisela Brauer

Gruppe löst sich auf

Malente – In einem Vorstandsrundengespräch wurden Überlegungen angestellt, ob die Ortsgruppe weiterhin bestehen soll. Gespräche mit Mitgliedern wurden ebenfalls geführt. Niemand wollte die Führung der Ortsgruppe übernehmen.

Die Corona-Pandemie hat bisher alles verhindert, sodass eine Vorstandsarbeit ruht, und zwar seit dem 3. April 2019. Wie bei anderen Vereinen ist die Mitgliedschaft geschrumpft. 

Es hat sich somit gezeigt, dass es den Ost- und Westpreußen, sowie Schlesiern nicht gelungen ist, eine Ortsgruppe aufrecht zu erhalten. So ist die Entscheidung des Vorstands gefallen, die „Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen und Schlesier“ aufzugeben.

Der Vorstand bedankt sich bei allen Mitgliedern und Gästen, die dazu beigetragen haben, dass die heimatlichen Gedanken erhalten wurden, nun aber die Landsmannschaft nicht mehr besteht.

Klaus Schützler und Heinrich Buchwald