18.01.2022

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Folge 26-21 vom 02. Juli 2021 / Politik und Gesellschaft / Das doppelte Scheitern der westlichen Wertegemeinschaft / Während die NATO-Truppen aus Afghanistan abziehen, offenbart der Terror-anschlag von Würzburg die wachsende Unsicherheit in Europa und Nordamerika

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26-21 vom 02. Juli 2021

Politik und Gesellschaft
Das doppelte Scheitern der westlichen Wertegemeinschaft
Während die NATO-Truppen aus Afghanistan abziehen, offenbart der Terror-anschlag von Würzburg die wachsende Unsicherheit in Europa und Nordamerika
René Nehring

Die Eilmeldungen über das Attentat in Würzburg waren kaum gesendet, da folgten die üblichen Relativierungen. Als am vergangenen Freitag in der fränkischen Universitätsstadt ein Somalier drei Frauen mit einem Messer tötete und sieben weitere Menschen schwer verletzte, wurde umgehend berichtet, dass sich der Täter zuvor in psychiatrischer Behandlung befunden hatte. 

Dass der Mörder bei seiner Tat den radikalislamischen Schlachtruf „Alahu akbar“ ausgerufen haben soll, wurde von zahlreichen Medien selbst dann verschwiegen, als der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vom „eklatanten Verdacht“ eines „islamistischen Hintergrunds“ sprach. Abgesehen davon, dass es den Opfern egal sein dürfte, ob der Somalier sie aus einem terroristischen Motiv heraus attackierte oder weil er psychisch krank ist, sind die Zahlen eindeutig. In der Polizeilichen Kriminalstatistik des BKA für 2019 betrug der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei allen Straftaten außer Verstößen gegen das Ausländerrecht 30,4 Prozent, bei Gewaltverbrechen sogar 37,5 Prozent – bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 12,4 Prozent. 

Auch wenn Millionen Ausländer gut integriert in Deutschland leben und nicht straffällig werden, ist somit Fakt, dass Mi-granten weit überdurchschnittlich an schweren Straftaten beteiligt sind. Doch anstatt das Problem offen zu benennen und eine Diskussion über seine Ursachen – und mögliche Lösungen – zuzulassen, wird es immer wieder verschwiegen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern nahezu überall in der westlichen Welt. 

Ernüchternde Erkenntnisse

Ein Problem ganz anderer Art ist der Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan. Grundsätzlich ist das Ende der Mission am Hindukusch nach fast zwanzig Jahren überfällig. Doch markiert der Abzug keinen Triumph, sondern ein Scheitern der westlichen Streitkräfte. Als das Bündnis unter Führung der USA 2002 in das Land einmarschierte, war das erklärte Ziel nicht nur die Vertreibung des Terrorregimes der Taliban, sondern auch das „Nation Building“, also der gezielte Aufbau eines demokratischen Staatswesens. Die Macht der von den USA auserkorenen Politiker im Lande reichte jedoch immer nur so weit wie die Präsenz der NATO-Truppen. Überall dort, wo diese nun abziehen, berichten Medien umgehend von Überläufen afghanischer Truppen zu den Taliban. 

Gemein ist beiden Ereignissen, dass sie ein breites Zurückweichen des Westens markieren. Zeigt der Abzug aus Afghanistan, dass die NATO-Staaten nicht mehr in der Lage sind, ihr Wertesystem in andere Gesellschaften zu exportieren, so belegen die unzähligen Attentate wie das von Würzburg, dass die westlichen Mächte auch zuhause Sicherheit und Ordnung nicht mehr gewährleisten können.  

Ursachen für diese Entwicklung gibt es viele. Neben dem Verweigern einer offenen Debatte über die Lage gehört dazu die westliche Gleichheitsdoktrin. Seit Jahrzehnten verkünden Politiker, Philosophen und Publizisten, dass die Werte des Westens universell sind und beliebig weitergegeben werden können. Heute müssen wir nüchtern erkennen, dass Menschenrechte selbst mit militärischen Mitteln nicht beliebig exportierbar sind – und dass nicht jeder, der zu uns kommt, auch unsere Wertvorstellungen teilt.

Nicht zuletzt gehört zu den Ursachen des Niedergangs die Selbstverleugnung der Fundamente der westlichen Welt. Während in islamischen Gesellschaften religiöse Scharfmacher den eigenen Glauben überhöhen und gegen alles Fremde zu Felde ziehen, setzen Ideologen in Europa und Nordamerika den eigenen Glauben, die eigene Kultur und Geschichte zunehmend herab. Selbst die Mathematik wurde von „Woke“-Aktivisten inzwischen als „rassistisch“ gebrandmarkt. Ist es angesichts dieser Selbstvergessenheit ein Wunder, dass der Westen nicht mehr leuchtet? 

Fakt ist, dass eine Gesellschaft, die sich ihrer Grundlagen nicht mehr sicher ist, über kurz oder lang auf einem wackeligen Fundament steht.