18.01.2022

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Folge 27-21 vom 09. Juli 2021 / Würzburg-Attentat / Der Marsch in den kalten Zynismus

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-21 vom 09. Juli 2021

Würzburg-Attentat
Der Marsch in den kalten Zynismus

Ob ein mörderischer Anschlag zu einem öffentlichen Aufschrei von Politikern, Medien und Prominenten führt oder nicht, hängt immer offenkundiger davon ab, ob sich eine Bluttat politisch im Sinne der Regierung „einordnen“ lässt. Dieses Muster ist von dem Weihnachtsmarkt-Attentat in Berlin 2016 über das Massaker von Hanau bis zum jüngsten Dreifachmord in Würzburg erkennbar.

Die behördliche Einordnung der Tatmotive ist dabei nicht zu beanstanden. Hier werden die psychotische wie die weltanschauliche Ebene benannt. In der öffentlichen Bewertung spielt dann aber nur noch eine Rolle, ob sich der grausame Vorfall im „Kampf gegen Rechts“ verwerten lässt, oder ob er, im ungelegenen Fall, gar einen Schatten auf offene Grenzen und naive Multikulti-Stereotype werfen könnte. Im Endeffekt müsste das Spiel mit den doppelten Maßstäben darauf hinauslaufen, dass gar keine politisch oder religiös motivierten Attentate mehr beim Namen genannt werden, da die Täter in den allermeisten Fällen auch schwere seelische Defekte aufweisen.

Erschreckender noch ist die moralische Verwüstung, welche die kaltblütige „Töpfchen oder Kröpfchen“-Praxis von Politik und veröffentlichter Meinung im Lande anrichtet. Wo moralische Empörung und menschliches Entsetzen mit jedem Fall erkennbarer bloß für ein strategisches politisches Ziel „abrufbar“ sind, verlieren sie jede Glaubwürdigkeit und weichen einem verächtlichen Zynismus.  H.H.