27.01.2022

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Folge 27-21 vom 09. Juli 2021 / Graue Wölfe / Über fünfmal so viele Mitglieder wie die NPD / Die größte rechtsextreme Gruppe in Deutschland ist eine türkische

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-21 vom 09. Juli 2021

Graue Wölfe
Über fünfmal so viele Mitglieder wie die NPD
Die größte rechtsextreme Gruppe in Deutschland ist eine türkische
Bodo Bost

Die Ideologie, die der Bewegung der „Grauen Wölfe“ zugrunde liegt, stellt sich gegen jeden, der nicht türkisch oder sunnitisch ist. Die Grauen Wölfe vertreten eine Herrenmenschentheorie auf der Grundlage des Islam. Gemäß ihr bilden die Türken die oberste Rasse. Anhänger der Grauen Wölfe sind für eine große Zahl von Morden an politischen Gegnern und Nichtmuslimen oder Nichttürken wie Armeniern, Kurden oder Griechen in der Türkei und im Ausland verantwortlich.

Im Vorfeld der diesjährigen Bundestagswahl am 26. September betonen die Kandidaten für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder die Notwendigkeit, den Rechtsextremismus in Deutschland zu bekämpfen. Tatsächlich ist die größte rechtsextreme Gruppe in Deutschland nicht deutsch, sondern türkisch. Die türkische neofaschistische Bewegung Ülkücü, im Volksmund als „Graue Wölfe“ bekannt, hat inzwischen mindestens 11.000 aktive Mitglieder in Deutschland, so der neue Verfassungsschutzbericht 2020 des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). 

Verfassungsschutzbericht 2020

Der Deutsche Bundestag und andere Bundesbehörden schätzen, dass die wahre Zahl der Grauen Wölfe in Deutschland bei über 18.000 liegt. Da ist mehr als fünfmal so viel wie die 3500 betragende Mitgliederzahl der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD).

Im Verfassungsschutzbericht, der am 15. Juni vorgestellt wurde, heißt es: „Die rechtsextremistische türkische ‚Ülkücü‘-Bewegung (,Idealisten‘-Bewegung) ... fußt auf einer nationalistischen, antisemitischen und rassistischen rechtsextremistischen Ideologie, deren Wurzeln im Pantürkismus/Turanismus liegen.“ Die Bewegung bediene sich, je nach Bedarf, des Neuheidentums, des Nationalismus oder des Islamismus. 

Und weiter ist zu lesen: „Als Idealvorstellung gilt den ,Ülkücü‘-Anhängern die Errichtung von ,Turan‘ – einem ethnisch  homogenen Staat aller Turkvölker unter Führung der Türken. Für die Gründung dieses Staates sollen ,Turan‘ die Siedlungsgebiete aller Turkvölker einverleibt werden. Je nach ideologischer Lesart erstrecken sich diese vom Balkan bis nach Westchina oder Japan.“ Die angenommene kulturelle und religiöse Überlegenheit drücke sich in der Überhöhung den Türkentums aus und führe zu einer Herabwürdigung anderer ethnischer Gruppen, „die zu ‚Feinden des Türkentums‘ erklärt werden“. 

Weit mehr als deutsche Rechtsextreme gehen die türkischen zur gewalttätigen Aktion über. Ein Beispiel dafür war der Krieg des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zusammen mit dem vermeintlichen Bruder- und Turkvolk in Aserbaidschan gegen die Armenier vergangenen Oktober oder die Umwidmung der Hagia Sophia in Istanbul von einem Museum in eine Moschee im Sommer vergangenen Jahres. Beides stieß auf einhelligen Beifall und Unterstützung der „Ülkücü“-Fans.