18.01.2022

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Folge 27-21 vom 09. Juli 2021 / Von Droste-Hülshoff / Ehrung durch eine Sondermünze

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-21 vom 09. Juli 2021

Von Droste-Hülshoff
Ehrung durch eine Sondermünze

Die Bundesregierung hat beschlossen, die deutsche Schriftstellerin und Komponistin Annette von Droste-Hülshoff aus Anlass ihres 225. Geburtstages im Januar dieses Jahres mit einer 20-Euro-Sammlermünze zu würdigen. Im Februar 2022 soll sie herausgegeben werden.

Die von der Künstlerin Anna Auras aus Stuttgart entworfene Münze besteht aus Sterlingsilber (Ag 925). Sie hat eine Masse von 18 Gramm, einen Durchmesser von 32,5 Millimetern und wird in den beiden Prägequalitäten Stempelglanz und Spiegelglanz hergestellt. Die Münzen in der Prägequalität Stempelglanz werden zum Nennwert in den Verkehr gebracht. Die Ausgabe der Münzen in der Sammlerqualität Spiegelglanz erfolgt zu einem über dem Nennwert liegenden Verkaufspreis. Die Münze Deutschland will über den genauen Preis und die konkreten Bestellmodalitäten rechtzeitig vor dem Ausgabetag informieren.

Die Bildseite zeigt die bedeutende deutschsprachige Dichtern des 19. Jahrhunderts. Ihr vom Wind gelöstes Haar wird als Sinbild interpretiert für ihre Befreiung aus den engen Verhältnissen der Zeit, der Vogel und die Alpensilhouette im Hintergrund als Hinweis auf ihre große Naturverbundenheit.

Die Wertseite zeigt einen Adler, den Schriftzug „BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND“, Wertziffer und Wertbezeichnung, das Prägezeichen „F“ der Staatlichen Münzen Baden-Württemberg, Prägestätte Stuttgart, die Jahreszahl 2022 sowie das Dutzend Sterne des EU-Sternenbanners. Zusätzlich ist die Angabe „SILBER 925“ aufgeprägt.

Der glatte Münzrand enthält in vertiefter Prägung die Inschrift: „SO GROSSES KLEINOD, EINMAL SEIN STATT GELTEN!“ Bei den Worten handelt es sich um ein Zitat aus einem Liebesgedicht an den deutschen Schriftsteller und Journalisten Levin Schücking, das 1844 bei Cotta aus Stuttgart und Tübingen in dem Buch „Gedichte“ veröffentlicht wurde. Es beginnt mit den Worten: „Kein Wort, und wär’ es scharf wie Stahles Klinge, / Soll trennen, was in tausend Fäden Eins. / So mächtig kein Gedanke, daß er dringe / Vergällend in den Becher reinen Weins; / Das Leben ist so kurz, das Glück so selten, / So großes Kleinod, einmal sein statt gelten! / Hat das Geschick uns, wie in frevlem Witze, / Auf feindlich starre Pole gleich erhöht, / So wisse, dort, dort auf der Scheidung Spitze / Herrscht, König über alle, der Magnet, / Nicht fragt er, ob ihn Fels und Strom gefährde, / Ein Strahl fährt mitten er durchs Herz der Erde. / Blick’ in mein Auge – ist es nicht das deine, / Ist nicht mein Zürnen selber deinem gleich? / Du lächelst – und dein Lächeln ist das meine, / An gleicher Lust und gleichem Sinnen reich; / Worüber alle Lippen freundlich scherzen, / Wir fühlen heil’ger es im eignen Herzen.“M.R.