17.01.2022

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Folge 28-21 vom 16. Juli 2021 / Kritik von links / Einige fordern noch mehr Parteilichkeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 28-21 vom 16. Juli 2021

Kritik von links
Einige fordern noch mehr Parteilichkeit

Bevor Hans-Georg Maaßen bemängelte, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande zu links sei, war auch schon der Vorwurf laut geworden, ARD, ZDF und Co. würden zu oft vor rechten Gruppierungen einknicken und im vorauseilenden Gehorsam Beiträge mit „antifaschistischen“ Inhalten löschen. Darin sah Matthias Schwarzer vom RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) ein „übertriebenes Neutralitätsverständnis“, welches „ganz entschieden zum Aufstieg der neuen Rechten“ beitrage – „und zur Normalisierung rechten Gedankengutes innerhalb der Gesellschaft.“ Gleichermaßen stießen die unverhältnismäßig wenigen Einladungen von AfD-Politikern zu Talkshows von ARD und ZDF auf Kritik.

Am allerhäufigsten musste sich der Mitteldeutsche Rundfunk die Leviten lesen lassen. Dem wurde auch schon ein „fragwürdiges Verständnis für Rechtspopulisten und Rechtsextremisten“ attestiert. Anlass hierfür waren Petitessen wie eine Äußerung der MDR-Moderatorin Wiebke Binder am Abend der sächsischen Landtagswahl vom 1. September 2019. Da hatte Binder es doch tatsächlich gewagt, ein mögliches Bündnis von CDU und AfD als „bürgerliche Koalition“ zu bezeichnen. Als noch größeres „Vergehen“ galt die Äußerung der Moderatorin in einem Dialog mit dem Vorsitzenden der AfD Sachsen, Jörg Urban, dass der Sender in letzter Zeit viel über die Partei berichtet habe – und zwar auch „Positives“. Das entschuldigte der MDR dann zwar später mit „dem enormen Stress einer Livesendung“. Doch da war längst der Stab über den Mitteldeutschen Rundfunk gebrochen. So twitterte der WDR-Journalist Arnd Henze: „Beim MDR verwischen nicht zum ersten Mal die Grenzen nach rechts!“ Zwei Monate später heimste der Sender dann allerdings wieder Lob ein, als er sich von dem beliebten Kabarettisten Uwe Steimle trennte, nachdem dieser die politische Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frage gestellt hatte.W.K.