11.08.2022

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Folge 28-21 vom 16. Juli 2021 / Rohstoffe / Russland setzt auf Palladium / „Russian Platinum“ plant, ein großes Vorkommen auf der Halbinsel Taimyr zu erschließen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 28-21 vom 16. Juli 2021

Rohstoffe
Russland setzt auf Palladium
„Russian Platinum“ plant, ein großes Vorkommen auf der Halbinsel Taimyr zu erschließen
Manuela Rosenthal-Kappi

Russland ist wirtschaftlich auf den Export seiner Rohstoffe angewiesen und davon hat das Land reichlich. Eines der teuersten Edelmetalle, das an der Börse gehandelt wird, ist Palladium. Der Preis des silberweiß glänzenden Edelmetalls ist zwar Schwankungen unterworfen, pendelte sich aber zuletzt auf zirka 3000 US-Dollar pro Feinunze ((31,1 Gramm) ein. 

Grund genug für den Bergbau-Konzern „Russian Platinum“, auf der Taimyr-Halbinsel, einem 400.000 Quadratmeter großen Gebiet im nordöstlichen Teil Sibiriens, ein großes Palladium-Vorkommen zu erschließen. Präsident Wladimir Putin hat sich bereits im November 2019 für die Umsetzung des 3400 Kilometer Luftlinie von Moskau entfernten Projekts ausgesprochen. Der Netto-Gewinn wird auf jährlich drei Milliarden Euro geschätzt, sodass sich die Investitionen nach fünf Jahren amortisiert hätten. „Russian Platinum“-Vorstandschef Musa Barschajew rechnet damit, jährlich zirka 120 Tonnen fördern zu können. Der Abtransport soll dann mit Schiffen erfolgen. 

Palladium wird unter anderem in E-Autos verwendet, für die Herstellung von umweltschutzgerechten Katalysatoren. Es kommt außerdem in der Medizintechnik und in der Schmuckherstellung zum Einsatz. Teilweise wird eine Legierung aus Gold und Palladium zu Weißgold verarbeitet. Obwohl nicht so verbreitet wie Gold, wird Palladium auch bei Anlegern immer beliebter. Russland ist der größte Hersteller von Palladiummünzen. Die bekannteste ist eine 25 Rubel-Münze mit der Bezeichnung „russische Ballerina“. 

Globalisierung fördert Abhänigkeit

Die Sanktionen des Westens haben sich auf den russischen Rohstoffmarkt kaum ausgewirkt. Mit gutem Grund: Die im April 2018 verhängten US-Sanktionen gegen den Aluminium-Exporteur „Rusal“ hatten sich schon nach kurzer Zeit als Bumerang erwiesen. Russland stoppte die Lieferungen und Aluminium verteuerte sich um 15 Prozent. Betroffen war nicht zuletzt der US-Flugzeugbauer Boeing. Es gab Verluste auf beiden Seiten. Was darauf folgte, war die Erkenntnis, dass Sanktionen gegen Rohstofflieferanten kaum möglich sind, da die zunehmende Globalisierung der Märkte die gegenseitige Abhängigkeit vergrößert.

Russland hat angekündigt, ab August dieses Jahres die Ausfuhr einiger Rohstoffe wie Aluminium, Nickel, Kupfer und Stahl durch die Einführung von Exportsteuern in Höhe von 15 Prozent zu drosseln, was wiederum zu Preissteigerungen führen dürfte.

Für Palladium ist der Preis ohnehin hoch, da die Nachfrage vor allem im Automobilsektor groß und das Angebot knapp ist. Letztendlich ist Russlands rohstoffabhängige Wirtschaft jedoch genauso auf den Export seiner Rohstoffe angewiesen wie die EU auf Lieferungen aus Russland.