17.01.2022

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Folge 29-21 vom 23. Juli 2021 / Kolumne / Neues Anti-terror-Zentrum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 29-21 vom 23. Juli 2021

Kolumne
Neues Anti-terror-Zentrum
Vera Lengsfeld

Anfang der Woche wurden in Berlin die ersten Abschnitte eines neuen Antiterror-Zentrums an die Berliner Polizei übergeben. Auf veröffentlichten Fotos sieht es so aus, als wäre die freudig begrüßte Institution in einem alten Gefängnisbau entstanden.

Aber der Eindruck täuscht wohl, denn die Rede ist vom ehemaligen Reichspostzentralamt in Tempelhof, dessen Gemäuer restauriert, modernisiert und hoffentlich mit bester Infrastruktur ausgestattet wurde. Innenminister Andreas Geisel (SPD) sprach von einem Meilenstein im Kampf gegen Terrorismus und Schwerstkriminalität. Es hieß, man habe die Lehre aus dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt vom Breitscheidplatz gezogen, dessen islamistischer Hintergrund in der Presseberichterstattung dezent verschwiegen wurde. Bislang seien die Einheiten, die mit Terrorabwehr befasst sind, an unterschiedlichen Orten stationiert gewesen.

Wenn alles fertig ist, sollen sie zusammengelegt werden. Bis zu 1200 Beschäftigte soll das Anti-Terror-Zentrum beherbergen. Das soll eine bessere Zusammenarbeit von Staatsschutz, Spezialeinsatzkräften und Operativen Diensten der Polizei wie Personenschutz, Fahndung und Aufklärung ermöglichen. Man würde den Berliner Politikern zu diesem Projekt gern gratulieren, wüsste man nicht, dass ihre Terrorbekämpfung stark von ideologischen Scheuklappen beeinträchtigt wird. Zwar hat in der Hauptstadt der islamistische Terrorismus bisher die meisten Todesopfer gefordert, aber Berlin hat ein permanentes Problem mit Linksterrorismus. Seit Jahren brennen Autos, werden Polizisten von Dächern mit Pflastersteinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen.

Die Zahl der von Linksterroristen verletzten Beamten geht in die Hunderte. Bislang ist der rot-rot-grüne Senat nicht dadurch aufgefallen, diese Art von Terrorismus wirksam zu bekämpfen. Man hat den Eindruck, dass er von den Politikern als eine Art Stadtfolklore betrachtet wird. Wenn das neue Antiterror-Zentrum effektiv arbeiten soll, muss es von diesen ideologischen Fesseln befreit werden.