19.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 29-21 vom 23. Juli 2021 / Vereinigte Staaten / Bill Gates investiert in Ackerland im großen Stil / Der Microsoft-Gründer ist mit seiner Ehefrau inzwischen der größte private Farmlandbesitzer in den USA

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 29-21 vom 23. Juli 2021

Vereinigte Staaten
Bill Gates investiert in Ackerland im großen Stil
Der Microsoft-Gründer ist mit seiner Ehefrau inzwischen der größte private Farmlandbesitzer in den USA
Wolfgang Kaufmann

Der größte private Farmlandbesitzer in den USA ist Bill Gates. Nach Recherchen des US-Magazins „The Land Report“ und der Nachrichtenabteilung des US-amerikanischen Fernsehsenders NBC verfügt der Microsoft-Gründer und Multimilliardär mit seiner Noch-Ehefrau Melinda über rund 110.000 Hektar Ackerboden in 18 Bundesstaaten. Zu den Ländereien gehören 28.000 Hektar im Norden von Louisiana, 8000 Hektar in Nebraska, 5400 Hektar in Florida und 14.500 Hek-tar entlang des Columbia River an der Grenze zwischen Washington und Oregon. Auf letztgenannter Fläche befinden sich Kartoffelfelder, die aufgrund ihrer Größe sogar aus dem Weltraum sichtbar sind und das Rohmaterial für die Pommes Frites des Fast-Food-Konzerns McDonald’s liefern. Ansonsten dient das Land des Ehepaares Gates auch zum Anbau von Sojabohnen, Mais, Baumwolle, Reis, Karotten und Zwiebeln, darunter sind auch genmanipulierte Sorten im Einsatz.
„Das ergibt keinen Sinn“
Der Erwerb der Äcker erfolgte sukzessive ab 2012. Die Käufe nahm Gates’ Investmentgesellschaft Cascade mit Sitz in Kirkland (Washington) vor, die jedoch nicht selbst in Erscheinung trat, sondern mindestens 22 Briefkastenfirmen vorschickte, um kein Aufsehen bei der lokalen Landbevölkerung zu erregen. So agierten in Georgia und Florida die von Cascade beauftragten Strohmann-Gesellschaften Lakeland Sands und Suwannee River Terra.
Inzwischen gehört nur noch knapp die Hälfte der gut 113 Millionen Hektar Ackerboden in den USA den Farmern, die das Land bewirtschaften. Der Rest befindet sich im Besitz von Investoren, die wie das Ehepaar Gates das Land verpachten. Der Kauf von Farmland ist ein beliebtes Investment. Zum einen ist es insoweit krisenfest, als Nahrungsmittel selbst in der schlimmsten Krise benötigt werden. Zum anderen steigen die Preise. Seit 1993 hat sich der Wert von landwirtschaftlich nutzbaren Immobilien mehr als verdoppelt, und das inflationsbereinigt.
Gates hat offen zugegeben, dass die Erwerbungen kein Teil seines Engagements zur Bekämpfung des Klimawandels oder zur Erprobung neuer umweltschonender Verfahren in der Landwirtschaft sind. Etwas anderes zu behaupten, wäre ihm auch schwergefallen, verwenden seine Pächter doch reichlich schädlichen Stickstoffdünger und sorgen durch ihre reichlichen Wasserentnahmen für einen Abfall des Grundwasserspiegels.
Das veranlasste Konda Mason, die Gründerin und Präsidentin der Nichtregierungsorganisation „Jubilee Justice“, die Öko-Landwirtschaftsprojekte von schwarzen Farmern unterstützt, zu folgender Kritik am Ehepaar Gates: „Jetzt haben sie eine Stiftung, … um all diese wunderbaren Dinge rund um das Klima zu tun, investieren auf der anderen Seite aber in genau die Dinge, welche dem Klima schaden. Das ergibt keinen Sinn.“