28.01.2022

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Folge 29-21 vom 23. Juli 2021 / Gisela Harder / Ehre, wem Ehre gebührt / Schleswig-Holsteiner Landesvorsitzender überreicht Treuemedaille und Urkunde

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 29-21 vom 23. Juli 2021

Gisela Harder
Ehre, wem Ehre gebührt
Schleswig-Holsteiner Landesvorsitzender überreicht Treuemedaille und Urkunde
Hans-Albert Eckloff

Wie bereits berichtet war es dem Landesvorsitzenden der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) Landesgruppe Schleswig –Holstein (SH) Edmund Ferner ein besonderes Anliegen, die Vorsitzenden der Ortsgruppen (OG) und den Landesvorstand durch Überreichen einer Urkunde auf der Vorstandssitzung am 5. Juni mit dem Wortlaut „Die Landsmannschaft Ostpreußen spricht -Frau/Herrn …-für Treue und Bekenntnis zur ostpreußischen Heimat Dank und Anerkennung aus“ und einer Medaille mit Ostpreußenadler für ihre Arbeit in den OG und ihren Einsatz für Ostpreußen zu würdigen.

Gisela Harder ist die Landesvorsitzende der Frauen für Ostpreußen von Hamburg und Schleswig-Holstein und somit Mitglied in beiden Landesvorständen. In der Laudatio brachte Peter Gerigk (am 21. Juni verstorben) zum Ausdruck, dass sie eine große Ostpreußin ist, in deren Herzen die Werte, die Tradition, das Brauchtum und die Geschichte Ostpreußens tief verwurzelt sind. Sie ist Trägerin des Ehrenzeichens in Silber des Bundesverbandes der Ostpreußen und sie ist Trägerin des Ehrenzeichens in Gold. In Ihrer Heimat Ostpreußen war sie und ihre Familie mit der Pferdezucht eng verbunden. Das hat sie nach der Flucht mit ihrem Mann fortgesetzt und am Moorfleeter Deich auf dem Harderhof wertvolle Pferde gezüchtet. Um nur ein Beispiel zu nennen: Ein Trakenerhengst konnte für eine Million Euro in die USA verkauft werden.
Für ihre Heimat Ostpreußen setzt sich Harder auch heute noch aktiv ein. Fast jährlich ist sie mit ihrem Mann nach Mohrungen, ihrem Heimatkreis, gefahren und hat viele Hilfsgüter für die dortige Bevölkerung mitgenommen und wertvolle Exponate – zum Beispiel für das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg – gesammelt.

Die drei großen Ostpreußen des 18. Jahrhunderts, die ihr besonders ans Herz gewachsen sind, sind Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder und Johann Georg Hamann.

Im Kreis Mohrungen, den sie als Kulturreferentin der Kreisgemeinschaft Mohrungen betreut, diente Immanuel Kant (1724-1804) von 1750-54 in Groß Arnsdorf [Jarnoltowo] als Hauslehrer der Kinder von Major von Hülsen. Hier wurde zur Erinnerung und zum 300. Geburtstags-Jubiläum 2024 ein Erinnerungs-Kant-Platz errichtet. Durch Harder wurde dazu eine Gedenktafel an den Glockenturm angebracht und eine geschichtliche Ausstellung in polnisch und deutsch erstellt. Aber das ist noch nicht alles, auch hat sie drei Kant-Apfelbäume zum Jubiläum gepflanzt. Leider konnte wegen Corona der Immanuel-Kant-Platz bis heute noch nicht offiziell eröffnet werden.

Johann Gottfried Herder ist in Mohrungen am 25. August 1744 geboren und 1803 in Weimar gestorben. Im Dohna Schloss ist ein Herder-Museum untergebracht, das Gisela Harder mit ihrem Mann in jedem Jahr zu seiner Geburtstagsfeier besuchen. Dort pflanzte Harder eine Herderrose, einen Ableger aus seinem Garten in Weimar. Weiterhin betreut sie seit 30 Jahren in Mohrungen die Deutsche Minderheit, den „Herder Verein“.

Eine große Ehre ist es für Gisela Harder, dass die Stadt Mohrungen sie für ihre guten Beziehungen zur polnischen Bevölkerung und ihren Einsatz für die großen deutschen Dichter und Denker zur Ehrenbürgerin ernannt hat.

Hier in der Bundesrepublik Deutschland ist sie unter anderem Vorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen in Bergedorf. Jährlich verkaufte sie auf dem Weihnachtsmarkt des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg „Thorner Kathrinchen“ und ostpreußische Kuchen. Den Erlös spendete sie für gemeinnützige Zwecke. Ein weiteres Zeichen, das für die große Hingabe von Harder, insbesondere zum Brauchtum und zur Kultur Ostpreußens symptomatisch ist.

In Harders Dankesrede anlässlich der aktuellen Auszeichnung mit der Treuemedaille und Urkunde sagte sie: „Für mich als ostpreußische Landesfrau ist die Ostpreußenarbeit eine Herzensangelegenheit, die ich bis an mein Lebensende weiterführen möchte.

Wie könnten wir unsere geliebte Heimat je vergessen, müssen nach wie vor das Ziel verfolgen, Ostpreußen im Kontakt unserer Kulturnation zu bewahren, unabhängig von heutigen Grenzen dafür einzutreten, dass auch künftige Generationen wissen, dass hinter Oder und Neiße Regionen liegen, zu denen wir eine ganz besondere Bindung haben.“

Zu guter Letzt: Gisela Harder war von 1951 bis 1964 in den Vereinigten Staaten zunächst als Austauschschülerin, ist dann aber gleich für 13 Jahre dortgeblieben und hat sich danach in der Bundesrepublik Deutschland sehr für die Amerikaner eingesetzt. Ein Schreiben aus dem Weißen Haus vom 22. April unterzeichnet vom USA-Präsidenten Joseph R. Biden, versehen mit einem Bonus, holte Harder nach 56 Jahren ein, den sie uns zur Kenntnis brachte und eine Spende an die LO Landesverband SH überreichte.

Der Brief in einer freien Übersetzung: „Mein amerikanischer Landsmann, am 11. März 2021 habe ich den American Rescue Plan unterzeichnet, ein Gesetz, das helfen wird, Amerika zu impfen und Hunderten von Millionen Amerikanern, einschließlich Ihnen, sofortige wirtschaftliche Hilfe zu leisten.“ (My fellow American, On March 11, 2021, I signed into law the American Rescue Plan, a law that will help vaccinate America and deliver immediate economic relief to hundreds of millions of Americans, including you.)
Was für eine großartige Frau und Ostpreußin!