26.01.2022

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Folge 30-21 vom 30. Juli 2021 / Aus den Landesgruppen und Heimatkreisen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30-21 vom 30. Juli 2021

Aus den Landesgruppen und Heimatkreisen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

Bayern


Monatstreffen


Hof – Zum ersten Mal nach acht Monaten konnte der Vorsitzende Christian Joachim die Mitglieder der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen, Kreisgruppe Hof, im Vereinslokal begrüßen.
Die Freude über das Wiedersehen war zu hören und zu spüren. So-fort wurde im neuen Mitteilungs-blatt geschmökert. In lebhaften Gesprächen brachte man sich auf den aktuellen Stand, fragte nach nicht Anwesenden und lauschte danach den Ausführungen des Vorsitzenden. Christian Joachim informierte über Vereinsinterna und erheiterte die Gesellschaft mit einem Ausschnitt aus „So zärtlich war Suleyken“ von Siefried Lenz zum Thema Impfen. Kulturwart Bernd Hüttner stellte, ebenfalls im Hinblick auf das Impfen, als Pro-minenten des Monats den 1910 in Gradlitz geborenen Chirurgen und Schriftsteller Hans Graf von Lehndorff vor.
Nach zwei geselligen Stunden wurde beschlossen, in diesem Jahr die Sommerpause ausfallen zu lassen.
Das nächste Treffen findet des-halb am Sonnabend, dem 7. August, um 15 Uhr in der Altdeutschen Bierstube in der Marienstraße statt. Gäste sind herzlich willkommen.



Prominente des Monats Juli Hans Graf von Lehndorff


Bei der Monatsversammlung im Juli stellte Kulturwart Bernd Hütt-ner den Prominenten des Monats vor. Hans Graf von Lehndorff wurde am 13. April 1910 in Graditz als Sohn des dortigen Landstallmeisters Siegfried Graf von Lehndorff geboren. Ab 1922 lebte er auf dem Gestüt in Trakehnen. Er studierte Medizin in Genf, Paris, München, Königsberg und zuletzt in Berlin, wo er im Wintersemester 1936/37 seine Examensprüfung erfolgreich ablegte.
Nach einiger Zeit als Medizinalassistent in Berlin ging er als Assistenzarzt nach Insterburg nahe Trakehnen, wo er sich auf die Chirurgie spezialisierte. Dort wur-de er auch Mitglied der Bekennenden Kirche, die sich dem Widerstand gegen Hitler verschrieben hatte. Die Einkesselung Königsbergs und die Eroberung der Stadt durch die Rote Armee im April 1945 erlebte er als Arzt im Wehr-machtslazarett. Anfang 1945 be-gann er auch mit den Aufzeich-nungen für sein Ostpreußisches Tagebuch.
Im Oktober 1945 flüchtete Hans von Lehndorff in den polnischen Teil Ostpreußens, wo er bis zu seiner Ausweisung nach West-deutschland 1947 illegal lebte und als Arzt arbeitete. Dort suchte er mit seiner Schwester Erna die Gräber seiner Familienangehörigen. Nur seinem Vater Graf Siegfried Lehndorff war 1945 die Flucht nach Westdeutschland geglückt, wo er 1956 starb. Seine Mutter und ein Bruder wurden auf der Flucht erschossen, zwei Brüder fielen im Krieg und Bruder Georg starb 1943 an einer Hirnblutung.
Ab 1947 lebte der Graf in Bad Godesberg. 1950 nahm er seinen Beruf als Arzt wieder auf. Er heira-tete 1952 Margarethe Finck von Finckenstein, die ihn bei seiner Arbeit über viele Jahrzehnte un-terstützte und ihm zwei Kinder gebar.
Neben seiner Tätigkeit als Arzt und Schriftsteller gehörte Lehn-dorff ab 1949 dem Johanniterorden als Ehrenritter und ab 1952 als Rechtsritter an. Von 1954 bis 1962 führte er die Preußische Genossenschaft des Johanniterordens als Kommendator. Sein 1968 gedichtetes Lied „Komm in unsre stolze Welt“ ist als Nr. 428 im Evangelischen Gesangbuch (EG) enthalten.
Nach langer schwerer Krankheit verstarb Hans Graf von Lehndorff wenige Monate nach seiner Ehe-frau Margarethe am 4. September 1987 in Bad Godesberg. 2006 wurde eine Straße in Bonn nach ihm „Graf-Lehndorff-Straße“ benannt.
Bekannt wurde Lehndorff besonders durch seinen Bericht „Ostpreußisches Tagebuch. Aufzeich-nungen eines Arztes aus den Jahren 1945–1947”, das er 1947 niederschrieb. Von dem 1961 zum ersten Mal erschienenen Buch gibt es inzwischen 21 Auflagen.




Heimatnachmittag


Bad Oldesloe/Tremsbüttel – Im Juli waren die Ost- und Westpreußen aus Bad Oldesloe und Tremsbüttel zu Gast bei Landsmann Herbert Kranig in Tremsbüttel. Er hat von Boris Makarowski die Kassengeschäfte übernommen und stellte einen Kassenbericht vor.
Thema des Nachmittags war die Reichsstraße Nr. 1 von Aachen über Berlin nach Königsberg bis Eydtkuhnen – ab 19. November 1999 Bundesstraße Nr. 1, und zwar in ihrem ersten Abschnitt von Aachen bis Berlin. Sie ist eine uralte Handelsstraße aus dem Mittelalter. Zuerst waren es Trampelpfade, die zu Wegen wurden. Man musste Stellen finden, um die Mittelgebirge zu überqueren. Der im frühen 20. Jahrhundert aufkommende Autoverkehr erforderte eine Neuordnung des Straßensystems. So war die Fernstraße ab 1934 zur Reichsstraße Nr. 1 geworden, da die Verantwortung auf das Reich überging.
Wir verlassen Aachen mit seinem 795–803 errichteten Dom, dessen neugotischer Glockenturm an den Turm des Königsberger Schlosses erinnert und kommen zum Gut Kniprath bei Monheim, dem Geburtsort von Winrich von Kniprode, der später als Hochmeister des Deutschen Ordens von 1351 bis 1382 auf der Marienburg regierte.
So kommen wir nach Duisburg, der Patenstadt von Königsberg, mit dem größten Binnenhafen Europas. Im Hochspeicher ist das Landesarchiv untergebracht. In Hameln erinnern wir uns an den Rattenfänger, der in bunter Klei-dung mit Trommeln und Flöten neue Siedler in osteuropäische Länder gebracht haben soll. Schon 1167 ist Hildesheim als Marktsiedlung nachgewiesen – eine Stadt der Handwerker, Händler und Bürger.
Weiter auf der R1 wird Braun-schweig erreicht. Seine Ursprünge gehen zurück in das 9. Jahrhun-dert. Durch Heinrich den Löwen (1129/30–1195) wurde es zu einem mächtigen Handelsplatz. Heute ist die Stadt Standort für Wissenschaft und Forschung. Unsere Reise geht weiter nach Wolfenbüttel, im 10. Jahrhundert am Fluss Oker gegründet. Lessing war hier als Bibliothekar tätig. Wolfsburg wurde als Stadt im Grünen gegründet, im Norden wurde das VW-Werk gegründet. Volkswagen ist heute ein Weltkonzern. Helmstedt kennen wir bis 1989 als innerdeutsche Grenzstadt, Marienborn war die Grenzübergangsstelle.
Wir erreichen Magdeburg, vor dem Krieg eine barocke Stadt, die sich in den letzten 30 Jahren gut entwickelt hat. Die alte R1 verlief durch die Stadtmitte, die heutige B1 geht nördlich an der Stadt vorbei. Brandenburg an der Havel sollte zunächst die Hauptstadt Preußens werden. Heute ist Brandenburg eine der schönsten Städte der Mark, reich an Tradition und Kultur. Die Residenz wurde dann Potsdam, unser nächstes Ziel der R1. Im Wege auf Berlin zu wird die R1 zu einer prächtigen Chaussee. Auf der R1 geht es dann weiter nach Norden. Die Teilnehmer verfolgten die Reiseroute mit großem Interesse und freuten sich auf die Weiterreise nach Königsberg und Eydtkuhnen. „Und die R1 ging doch am Grundstück meiner Großeltern vorbei“, stellte eine Teilnehmerin am Schluss fest.
Gisela Brauer

Veranstaltungen finden statt


Flensburg – Der Vorstand der Vereinigten Landsmannschaften Flensburg e.V. freut sich, dass die Veranstaltung am 12. August wie geplant stattfinden kann, wenn auch unter Corona-Bestimmungen:
14.30 Uhr: Kaffee und Kuchen Sportheim SV-Adelby (gegen Bezahlung)
16 Uhr: Orgelkonzert in der Kirche Adelby mit Sven Rösch (um eine Spende wird gebeten)
Anmeldung in der vorgehenden Woche bei Herrn Legies, Telefon (0461) 32006 oder Frau Kunde (0461) 91170.
Herzlichst Ihr Michael Weber

Neumünster – Nach so langer Corona-Pandemie ist nun wieder – mit einigen Auflagen – eine Veranstaltung unserer Landsmann-schaft möglich. Ja, jeder Ostpreuße braucht einen Landsmann zum „Auserzählen". Es gibt viel zu beschabbern, wir haben inzwischen viel erlebt und aus der Gruppenarbeit – Jahreshauptversammlung – wird auch berichtet.
Einige Corona-bedingte Regeln  gibt es, die wir beachten müssen: Maskenpflicht bis zum Tisch,
30 bis 40 Personen im Raum sind zulässig mit Abstand an 10er Tischen. Jeder Teilnehmer kommt freiwillig und ist für sich selbst verantwortlich, die zweimalige Impfung oder ein gültiger Testnachweis mit Personalausweis ist erforderlich. Das Testzentrum in der Stadthalle kann genutzt werden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 11. August um
15 Uhr im Restaurant der Stadthalle am Kleinflecken, statt. Anmeldungen bitte bis zum 4. August 2021 unter Telefon (04321) 82314.




Termin verschoben

Hamburg – Mittwoch, 1. Septem-ber, 12 Uhr, Hotel Zeppelin, Veranstaltungsraum Empore, Frohmestraße 123-125, 22459 Hamburg: kultureller Vortrag oder Autorenlesung. Das geplante Treffen vom 4. August muss leider verschoben werden. Manfred Samel, Telefon (040) 587585, E-Mail: manfred-samel@hamburg.de

Heimatgruppe Sachsen
Zwickau – Sonnabend, 14. August, 14 Uhr, DRK-Begegnungsstätte Eschenweg 60, 08060 Zwickau OT Marienthal: Sommertreffen mit buntem Programm. Kurt Klaus, Mühlweg 10, 09387 Pfaffenhain, Telefon (037296) 17661.




Kreistreffen muss ausfallen

Nachdem das Kreistreffen 2020 wegen Corona ausgefallen muss-te, trifft uns auch dieses Jahr dieses Schicksal Pandemie-bedingt wieder.
Corona sorgt nun für die zweite Absage in Folge. Eine Veranstal-tung wie das Treffen im Berufs-kolleg Technik der Stadt Rem-scheid lässt sich nicht kurzfristig planen. Dafür ist ein Vorlauf von mehreren Monaten nötig.
Außerdem wären die Zugangsbeschränkungen und Abstandsge-bote von 1,50 Metern nicht das Treffen, das wir uns vorstellen.
Informationen finden Sie unter Internet: www.Kreisgemeinschaftsensburg.de
Stadtfest in Tilsit
Tilsiter Stadtfest auch im Jahre 2021 ohne die Gäste der Patengemeinschaften und -städte
Die Stadtgemeinschaft Tilsit e.V. wurde kürzlich (mit E-Brief vom 19. Juli 2021 – siehe Foto) vom Leiter der Stadtverwaltung der Stadt Sowjetsk im Königsberger Gebiet, Andrej Sergejewitsch Sergejew zum bevorstehenden Stadtfest unserer Heimat- und Partnerstadt informiert.
Dem 1. Vorsitzenden unserer Stadtgemeinschaft Tilsit e.V., Erwin Feige, wurde mit Herzenswärme verdeutlicht, dass man in dieser schwierigen Zeit der Quarantäne in ganz Europa eine ebenso schwierige Entscheidung zum Stadtfest Tilsit [Sowjetsk] zu fällen hatte.
„Wir müssen berichten, dass sich unsere Hoffnungen nicht erfüllt haben und die Situation mit der Pandemie es uns nicht erlaubt, unsere lieben Freunde aus den Partnerstädten dieses Jahr im September zu treffen, um das Festival der Stadt Sowjetsk zu feiern.
Wir hoffen aufrichtig auf Ihr Verständnis und versichern, dass Sie immer in unseren Herzen sind.
Bleiben Sie gesund und bis bald.“
Wir wünschen – erst recht unter diesen Umständen – der Verwaltung und der Bevölkerung der Stadt Tilsit [Sowjetsk] alles Gute.
Wir erinnern uns, teilweise in der Erlebnisgeneration mit Tränen aufgenommen: Am 7. September 1946, also vor 75 Jahren, wurde unsere Heimatstadt „Tilsit – die Stadt ohne Gleichen“ als zweite große Stadt im Königsberger Gebiet umbenannt und heißt seit-dem Sowjetsk.
Hoffen wir auf Begegnungsmöglichkeiten spätestens zum Stadtfest 2022, wo die Stadt ihren städtebaulichen Fortschritt ver-bunden mit der Pflege ihrer kul-turhistorischen Vergangenheit demonstrieren wird. Wir freuen uns auf die Begegnungen mit den russischen Bürgern und den ausländischen Gästen, die wiederum vom Geist des friedlichen Zusammenlebens der Völker und des freundschaftlichen Miteinanders geprägt sein mögen. Verbleiben wir also in gegenseitiger Achtung, Nähe und sich vertiefender Freundschaft.
Prof. Günter H. Hertel, Pressesprecher der Stadtgemeinschaft Tilsit e.V.