27.01.2022

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Folge 30-21 vom 30. Juli 2021 / Auf alten Wegen / Im Zeichen der Muschel / Sonntag, der 25. Juli – Der Jakobstag durch Pommern im Heiligen Jahr 2021

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30-21 vom 30. Juli 2021

Auf alten Wegen
Im Zeichen der Muschel
Sonntag, der 25. Juli – Der Jakobstag durch Pommern im Heiligen Jahr 2021
Brigitte Stramm

Den Jakobsweg verorten die Nicht-Pilger zumeist mit Santiago de Compostela in Galizien in Spanien. Das ist der vermeintliche Begräbnisort des biblischen Apostels Jakobus, dessen sterbliche Überreste in der 1211 eingeweihten Kathedrale von Santiago de Compostela aufbewahrt sein sollen.


Immer dann, wenn der 25. Juli, der Jakobstag, auf den Sonntag fällt, bezeichnet man das als „Heiliges Jahr“. Es beginnt am 1. Januar, doch die „Heilige Pforte“ wird erst am 25. Juli des betreffenden Jahres geöffnet, so ist es in diesem Jahr.
Doch unser Augenmerk soll nicht auf die berühmten Jakobswege gelenkt werden, sondern ganz speziell auf den, der den Pilger oder auch den Wandernden durch Pommern führt. Er folgt zumeist den alten Handelsstraßen und der Wanderer lernt an den verschiedenen Stationen viel über die Historie des Landes. Im Übrigen gibt es überall Abzweigungen des Weges, die auch in andere Teile Pommerns führen.


2014 wurde nach vierjähriger Planungszeit die Revitalisierung des Küstenweges „Pomorska Droga sw Jakuba“ abgeschlossen und mit EU-Geldern umgesetzt. Behilflich war von deutscher Seite die Planungsgruppe der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Es konnten die Erfahrungen aus den norddeutschen Wegeprojekten der „Via Baltica“ eingebracht werden. Ab 2015 übernahm man die Funktion als deutsche Kontaktstelle für den Pommerschen Jakobsweg.
Dieser ist 1134 Kilometer lang und führt von Crottingen [Kretinga], einst Grenzstadt zwischen Memelland und Litauen, über die Kurische Nehrung in den russischen Teil Ostpreußens nach Königsberg und weiter über Elbing, Danzig, durch die Kaschubische Schweiz mit Karthaus nach Lauenburg und weiter, der Küste folgend, über zahlreiche Stationen wie Leba, Stolpmünde, Stolp, Schlawe, Rügenwalde, Köslin, Kolberg, Treptow, Cammin nach Wollin. Dort verzweigt sich der Weg: Die südliche Route führt nach Stettin, dann auf der Via Imperii weiter nach Berlin, Leipzig und Nürnberg. Die westliche Route führt nach Swinemünde, dann auf der Via Baltica weiter nach Rostock, Lübeck, Hamburg, Bremen und Osnabrück.
Es sind nicht alle Stationen genannt, doch immer weist die Jakobsmuschel den Weg, gelb auf blauem Grund. Stationen sind zumeist Kirchen oder Gemeindehäuser. Es ist unbedingt empfehlenswert, einen Führer dabei zu haben. Auch ein Pilgerausweis ist sinnvoll. Damit hat man Zugang zu den Pilgerherbergen und erhält auch den Pilgerstempel als Nachweis für zurückgelegte Etappen. An den einzelnen Stationen sind die Stempel in Kirchen, Hotels, Pensionen, aber auch Touristeninformationen zu erhalten.
Es machen sich immer mehr Menschen auf den Pilgerpfad. Zumeist um zu sich selbst zu finden und um eine ganz besondere Herausforderung anzunehmen. Von einer aktiven Pilgerin aus Stade erfuhr ich einen interessanten Satz:
Man pilgert nach:
– Jerusalem um Christi willen
– Rom um Petri willen
– Compostela um seiner selbst willen.
Das trifft sicher auch auf die vielen Wege zu, die den Menschen ganz neue und bislang nicht gekannte Erfahrungen und Erlebnisse bringen.


Informationen: www.pilgern-im-norden.de/pommerscher-jakobusweg. Deutschsprachiger Pilgerführer: „Der Pommersche Jakobsweg“, ISBN 978-83-937807-0-9. Die Deutsche Jakobus-Gesellschaft in Aachen (diese ist überkonfessionell) gibt wertvolle Informationen: www.deutsche-jakobus-gesellschaft.de. Publikationen und Informationen: www.beate-steger.de