17.01.2022

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Folge 30-21 vom 30. Juli 2021 / Memelland / Alltägliches aus Ostpreußen / Lothar Rosenberg malt anhand überlieferter Erzählungen seines Onkels ein lebendiges Bild des Lebens der Vorkriegszeit im Land an der Memel

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30-21 vom 30. Juli 2021

Memelland
Alltägliches aus Ostpreußen
Lothar Rosenberg malt anhand überlieferter Erzählungen seines Onkels ein lebendiges Bild des Lebens der Vorkriegszeit im Land an der Memel
Christiane Rinser-Schrut

Von Kaleidoskopartig blickt Lothar Rosenberg in seinen beiden „Memellandgeschichten“ auf die Landschaft, das Leben seiner Verwandtschaft in Ostpreußen und deren Nachbarn.


Der erste Teil „Aber Olga, du bist ja ganz aufgeruschelt“ ist ein 120-seitiges Büchlein in sehr großer Schrift mit einigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Man liest heraus, dass Rosenberg die Episoden von seinem Onkel erzählt bekommen hat. Dieses Gefühl erhält der Leser bei seiner Lektüre. Lothar Rosenberg will vom Memelland erzählen, zum Beispiel vom Wachtmeister, der seine Mütze verloren hat, oder dem Hirten, der in einer Wanderdüne eingesunken ist. Weil er mit viel Herz dabei ist, verzeiht man ihm auch den einen oder anderen kleinen Fehler.


Insgesamt finden sich in dem Buch 20 kurze Geschichten, die in der Zeit zwischen 1914 und 1945 sich so oder so ähnlich im Landkreis Memel, Heydekrug, Prökuls, Meeszeln, Wensken, Ramutten und Eydathen ereignet haben mögen.
Der zweite Band „Memellandgeschichten (2). Um Haus und Hof“ enthält ebenfalls Schwarz-Weiß-Zeichnungen, aber darüber hinaus auch noch einige Schwarz-Weiß-Fotografien, die dem Leser die Familie Wietzke und Rosenberg in den 15 Erzählungen näherbringen.


Alltagsgeschichte wird anhand der Lebensläufe von Erna Gehlhaar (1922 geboren) aus Rastenburg sowie Hugo (1914 geboren), Herbert (1924 geboren) und Hildegard (1915 geboren) Rosenberg in Meeszeln deutlich.
Im Gegensatz zum ersten enthält der zweite Band einen Anhang mit verwendeten Quellen und einigen Internetseiten, die zum Weiterlesen einladen. Außerdem enthält der Anhang ein Orts- sowie ein Namensregister. Ob diese Register bei dem 132-seitigen, groß geschriebenen sowie mit vielen Abbildungen und Fotografien angereicherten Text wirklich zum Einsatz kommen wird, bleibt jedem Leser selbst überlassen.


Lothar Rosenberg hat jedenfalls vorgemacht, wie die eigene Familiengeschichte auch für Nicht-Familienmitglieder zugänglich gemacht werden kann.



Lothar Rosenberg: „Memellandgeschichten. Aber Olga, du bist ja ganz aufgeruschelt“, Rosenberg, 2006, ISBN 978-3-9805614-6-1,gebunden, 120 Seiten, 10 Euro

 Lothar Rosenberg: „Memellandgeschichten (2). Um Haus und Hof, Dokumentation, Geschichten, Lebensläufe“, Rosenberg, 2021, ISBN 978-39805614-6-4, gebunden, 132 Seiten, 12 Euro