27.01.2022

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Folge 33-21 vom 20. August 2021 / Stimmen zur Zeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-21 vom 20. August 2021

Stimmen zur Zeit

Matthias Heine spricht in der „Welt“ (17. August) ein vernichtendes Urteil über Angela Merkel:

„Wenn es in dieser düsteren Zeit irgendetwas Tröstliches gibt, dann dies: Erst durch die absurde Coronakratie und jetzt durch die Hilflosigkeit deutscher Politik angesichts von Afghanistan sind kurz vor dem Ende von Merkels Amtszeit ihre Inkompetenz, ihr Opportunismus und ihr Desinteresse für jeden offensichtlich geworden, der nicht die Augen zukneift. Seit Längerem spricht einiges dafür, dass Merkel später einmal als die verhängnisvollste Kanzlerin der Bundesrepublik beurteilt wird.“





Der Afghanistan-Veteran der Bundeswehr Johannes Clair erklärt gegenüber der Deutschen Welle (12. August) seine Erschütterung über die Katastrophe von Kabul:

„Wir haben dort Blut, Schweiß und Tränen hinterlassen; unsere Kameraden wurden dort getötet. Es war vorhersehbar. Spätestens nach 2014, als die Kampftruppen abgezogen worden sind, hat sich herausgestellt, dass die afghanischen Sicherheitskräfte nicht in der Lage sind, die Lage selbstständig in den Griff zu bekommen.“





Florian Harms nennt es ein „politisches Verbrechen“, die Afghanen einfach im Stich gelassen und die vielen, auch deutschen Opfer des Afghanistan-Kriegs damit verraten zu haben. Auf „t-online“ (16. August) fragt er sich hinsichtlich der bizarren politischen Streitthemen in Deutschland:

„Wie kann man seine Interessen verteidigen, Terroristen ausschalten und Diktatoren isolieren, ohne dabei militärisch, finanziell und moralisch vollkommen zu versagen: Wäre das nicht ein dringenderes Thema für den Bundestagswahlkampf als die Pipifaxdebatten über dumme Plakate, Gendersternchen und peinliche Lacher?“





„Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt fragt nach der Verantwortung der Kanzlerin für das Evakuierungs-Desaster (17. August):

„Die Briten, die Schweden und die Tschechen landeten am Montagmorgen mit ihrem ausgeflogenen Botschaftspersonal in der Heimat, bevor das Flugzeug der Bundeswehr überhaupt in Kabul gelandet war. Ein Symbol lebensgefährlicher Bräsigkeit im Kanzleramt. Lebensgefährlich auch für unsere Soldaten, die unter deutlich dramatischeren Umständen in Kabul landen müssen, als nötig gewesen wäre.“





In der „Berliner Zeitung“ (17. August) rückt Philippe Debionne unter der Überschrift „Schämen Sie sich, Herr Außenminister!“ das Agieren von Außenminister Heiko Maas in den Fokus:

„Wenn Heiko Maas wirklich so blind war, dass er die von Menschenrechtlern wie Militärs prophezeite humanitäre Katastrophe nicht sah, nicht sehen wollte, dann hat er versagt. Als Politiker, als deutscher Außenminister, als Verantwortungsträger, als Mensch ... Herr Außenminister, zeigen Sie einen Funken Verantwortungsbewusstsein – und treten Sie zurück.“





Wort der Woche

„Es hat nicht so funktioniert, wie wir uns das gedacht haben.“

Angela Merkel laut Medienberichten auf der Sitzung des CDU-Präsidiums am Montag, dem 16. August, zum Afghanistan-Einsatz