28.01.2022

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Folge 34-21 vom 27. August 2021 / Corona-Verlierer / Freiberufler leiden weiter unter Umsatzrückgang / Trotz leichter Entspannung durch Lockerungen sind zahlreiche Existenzen bedroht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-21 vom 27. August 2021

Corona-Verlierer
Freiberufler leiden weiter unter Umsatzrückgang
Trotz leichter Entspannung durch Lockerungen sind zahlreiche Existenzen bedroht
Peter Entinger

Freiberufler und Selbstständige drohen zu den großen Verlierern der Corona-Krise zu werden. Auch wenn sich die Stimmung leicht aufhellt, könnten am Ende zahlreiche Existenzen vernichtet werden. 

Mindestens 130.000 Arbeitsplätze seien im kommenden halben Jahr bedroht,  heißt es in einer Erhebung des Instituts für Freie Berufe im Auftrag des entsprechenden Bundesverbands. Für jeden fünften Freiberufler ist die wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr schlechter geworden. Das gelte besonders für die freien Kulturberufe, soloselbstständige Freiberufler, kleine Freiberufler-Einheiten mit bis zu fünf Mitarbeitern und ganz junge Unternehmen, sagte der Präsident des Bundesverbands der Freien Berufe, Wolfgang Ewer. Im Vergleich zu den vorangegangenen Umfragen zur Corona-Krise seien die befragten Freiberufler zuversichtlicher, blieben aber zurückhaltend. Mit Blick auf eine mögliche Verschärfung der Situation im Herbst sei jeder Zweite der Befragten verunsichert und entsprechend skeptisch. „Diese insgesamt leichte Entspannung kann zum einen auf die bisherigen Lockerungen zurückgeführt werden. Zum anderen haben sich viele Freiberufler, die naturgemäß innovativ sind, auf die veränderte Situation eingestellt und auch ihre Angebote angepasst“, sagte Ewer.

„Hier ist die Politik besonders gefragt, bei den Hilfen nachzusteuern, sollte das erforderlich werden“, forderte der Verbandspräsident. Gefragt nach den drängendsten Themen, welche die Politik angehen sollte, sagten 74 Prozent der Befragten und damit mit Abstand die meisten, dass sie sich mehr Wertschätzung der Freiberuflichkeit wünschen. 

Rund jeder Zweite meint, dass Selbstständigkeit besser gefördert werden müsse. 48,2 Prozent mahnten mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit der Gesetzgebung an. 47,7 Prozent verlangen wirksame Konzepte zur Fachkräftesicherung. Für 43,2 Prozent müssen öffentliche Verwaltungsprozesse beschleunigt und weiter digitalisiert werden. Im Verlauf dieses Jahres verzeichneten 2,4 Prozent der Befragten einen Auftragsrückgang von mehr als 75 Prozent. Bei 5,3 Prozent liegt er bei über 50 bis 75 Prozent, bei 12,6 Prozent bei über 25 bis 50 Prozent, bei 25,6 Prozent bei über fünf bis 25 Prozent, bei 54,1 Prozent bei bis zu fünf Prozent. Verglichen mit den Werten für das Corona-Jahr 2020 hat sich die Auftragslage ein Stück weit verbessert. Für 2020 verzeichneten noch 11,1 Prozent der Befragten Auftragsrückgänge von 50 oder mehr Prozent. 

Im Verlauf dieses Jahres waren acht Prozent der befragten Freiberufler gezwungen, Stellen abzubauen. Für Ewer ein Alarmsignal: „Die Freien Berufe sind für die Gesellschaft, die Daseinsvorsorge und das Gemeinwohl unverzichtbar. So halten die technischen Freiberufler die Infrastruktur am Laufen und bereichern die freien Kulturberufe unser Leben.“