20.01.2022

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Folge 34-21 vom 27. August 2021 / Baumwipfelpfad auf Usedom / Hoch über den Wipfeln des Heringsdorfer Präsidentenberges / Eine neue Attraktion mit faszinierenden Ausblicken bis Stettin und Rügen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-21 vom 27. August 2021

Baumwipfelpfad auf Usedom
Hoch über den Wipfeln des Heringsdorfer Präsidentenberges
Eine neue Attraktion mit faszinierenden Ausblicken bis Stettin und Rügen
Erwin Rosenthal

Das Usedomer Ostseebad Heringsdorf hat seit dem 1. Juli eine neue Attraktion: Den oberhalb des Heringsdorfer Bahnhofs, auf dem Präsidentenberg (46 m), errichteten Baumwipfelpfad. Der Pfad hat eine Gesamtlänge von 1,35 Kilometern. Der barrierearme, auch für Rollstuhlfahrer geeignete Weg zum Turm, ist mit Lern- und Erlebnisstationen ausgestattet. Seine maximale Steigung beträgt 6 Prozent. 

Die Stationen des auf bis zu 23 Meter hohen „Stelzen“ stehenden Pfades vermitteln Wissen über die Insel Usedom sowie deren Tier- und Pflanzenwelt. 

Der 33 Meter hohe Aussichtsturm, dessen untere Plattform 75 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist das am höchsten aufragende Gebäude der Insel Usedom.  Oben wird das beeindruckende Bauwerk durch ein 50 Quadratmeter großes stählernes, für Besucher zugängliches Netz, abgeschlossen. Wer über das leicht wippende, an ein Trampolin erinnernde Netz schreitet oder hüpft, blickt durch dessen Maschen bis zur unteren Plattform hinunter. 

Die Aussichtsplattform bietet einen fantastischen Blick auf die Inseln Usedom, Wollin und Rügen und – bei klarem Wetter – bis nach Stettin. Auch für Fotografen ist der Trip ein echtes Erlebnis, denn der Besucher hat von hier aus freie Sicht in alle Himmelsrichtungen. Im Süden spiegelt sich die Sonne in den zahlreichen Usedomer Seen sowie im Stettiner Haff. Im Norden und Nordosten wird der Ostseestrand der Pommerschen Bucht sichtbar, während die Kaiserbäder Heringsdorf und Ahlbeck sowie die Ostseebäder Swinemünde und Misdroy einem Miniaturpark ähneln. 

In der Nähe des heutigen Turms wurde bereits im Jahre 1907 unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit ein massiver  Aussichtsturm eingeweiht: Die 42 Meter hohe Bismarckwarte. Sie wurde zu Ehren des „Eisernen Kanzlers“ Otto von Bismarck erbaut. In einer Höhe von fast 80 Metern über NHN schloss den Turm „Deutschlands höchste Feuersäule“ ab. Die Bismarckwarte war mit jährlich 12.000 bis 17.000 Besuchern ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Der Eintrittspreis betrug anfangs 20 Pfennige. Im Jahre 1908 gab es auf dem Turm eine bewegende Tragödie: Am 21. August stürzte sich eine Professorengattin aus Sternberg in Mähren, die in Heringsdorf zu ihrer Hochzeitsreise weilte, von der oberen Plattform in den Tod. 

Am 1. Mai 1946 wurde die Heringsdorfer Bismarckwarte von Pionieren der Roten Armee gesprengt. Der Grund: Auf dem Turm hatte man während des Krieges Flak-Geschütze installiert. Reste seines Fundaments waren noch vor wenigen Jahren zu erkennen. 

Info:  https://www.baumwipfelpfade.de/usedom/