21.01.2022

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Folge 34-21 vom 27. August 2021 / Stimmen zur Zeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-21 vom 27. August 2021

Stimmen zur Zeit

Brendan O’Neill sieht im verlorenen Afghanistan auch einen Krieg der Kulturen. Im Portal „novo-argumente.com“ (18. August) resümiert er bitter:

„Es war auch ein kultureller Kampf. Es war ein Krieg zwischen einer Seite, die sehr starke Überzeugungen hat und mehr als bereit ist, dafür zu sterben, und einer anderen Seite, die nicht mehr weiß, wofür sie steht, und die Risiken und Selbstaufopferung wann immer möglich vermeiden möchte ... Wie kann man die zivilisatorische Autorität der westlichen Werte behaupten, wenn das gesamte Bildungs- und Universitätssystem darauf ausgerichtet ist, die westliche Zivilisation in Frage zu stellen und verächtlich zu machen? Man kann nicht an einem Kampf der Kulturen teilnehmen, wenn man seine eigene Zivilisation verabscheut. “





In der „Bild“-Zeitung (20. August) rechnet Ex-BND-Chef August Hanning mit Außenminister Heiko Maas ab und nennt dessen Anwürfe gegen den deutschen Auslandsgeheimdienst „pure Angstbeißerei“:

„Der geschäftsführende Botschafter und die Sicherheitsleute in der Botschaft in Kabul – darunter der BND – hatten am Freitag und Samstag vor dem Fall Kabuls die dringende Evakuierung gefordert. Die Antwort aus dem Krisenstab des Außenministeriums war nach neuesten, bestätigten Informationen: Man könne noch nichts machen, denn der Minister habe noch nicht entschieden.“





Der Münchener Historiker Michael Wolffsohn warnt im „Tagesspiegel“ (18.August) vor einem zweiten Afghanistan in Afrika:

„Warum aber der Mali-Einsatz, wie der in Afghanistan ohne jegliche Strategie angepackt und durchgeführt, auch unsere Sicherheit fördern solle, bleibt Merkels Geheimnis. Auch dieses künftige Debakel hat sie letztlich mitzuverantworten.“





Russland und China fahren ihre Fühler zu den Taliban aus. Der weltweit renommierte israelische Militärtheoretiker Martin van Creveld betrachtet die Anbändelei in der „Welt“ (24. August) mit einem gewissen Sarkasmus:

„Afghanistan, wenn es sich selbst überlassen bleibt, (ist) nie ein angenehmer Nachbar gewesen ... Um eine Metapher heranzuziehen: Die afghanische Braut, kriegsversehrt und verzweifelt arm wie sie ist, wird derzeit nicht von einem, sondern von zwei mächtigen Brautwerbern umworben. Wer auch immer gewinnt, ich wünsche ihm viel Freude an ihr.“





Wort der Woche

„Die Bundesregierung hat in Afghanistan alle Gebote eines geordneten Rückzugs verletzt, weil sie von Anfang an den militärischen Charakter dieses Feldzugs gegen den Terror nicht wahrhaben wollte.“

Gerd Held sieht den tieferen Grund für das Scheitern der Bundesregierung in Afghanistan in einem großen Selbstbetrug, wie er auf „Tichys Einblick“  am 22. August schreibt