27.01.2022

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Folge 35-21 vom 03. September 2021 / China / Eine Datenlöschung und ein mysteriöser „Schweizer Biologe“ / Das Verhalten chinesischer Akteure lässt eine Vertuschungsabsicht auf Seiten der Volksrepublik befürchten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-21 vom 03. September 2021

China
Eine Datenlöschung und ein mysteriöser „Schweizer Biologe“
Das Verhalten chinesischer Akteure lässt eine Vertuschungsabsicht auf Seiten der Volksrepublik befürchten

Dass man in China offensichtlich einiges zu vertuschen hat, was die Anfangszeit der Covid-19-Pandemie beziehungsweise die Herkunft ihres Erregers SARS-CoV-2 betrifft, zeigen zwei bemerkenswerte Aktionen. 

Genetische Daten von 200 Proben

Im Sommer 2020 veranlassten einige Forscher der Universität Wuhan die heimliche Löschung der genetischen Daten von 200 Proben des Coronavirus aus der internationalen Bioinformatik-Datenbank Sequence Read Archive. Die Gensequenzen waren im Januar und Februar 2020 in den Krankenhäusern von Wuhan gesammelt worden und stellten eine potentielle Goldgrube für jeden Wissenschaftler dar, der sich um die Rekonstruktion der Anfangsphase der Pandemie bemüht. Im Frühjahr 2021 gelang es dem Virologen Jesse Bloom vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, 50 zwischenarchivierte Versionen der Gensequenzen in einem von Google verwalteten Cloud-Speicher zu finden. In 13 Fällen lagen ausreichend Rohdaten vor, um substantielle Aussagen daraus abzuleiten. Laut Bloom zeigen die Proben eine überraschend frühe genetische Vielfalt des Virus SARS-CoV-2. So existierten bereits Anfang 2020 mindestens drei spezifische Unterformen des Erregers. Das beweist, dass dieser schon längere Zeit unter Menschen kursierte und nicht erst Ende 2019 von Wildtieren auf den Menschen übersprang. Bloom kommentierte das Ganze gegenüber der „New York Times“ mit den Worten: „Es scheint so, als ob die Sequenzen gelöscht wurden, um ihre Existenz zu verschleiern.“ Darauf deutet im Übrigen auch das eiserne Schweigen der chinesischen Forscher hin, die trotz mehrerer Rückfragen keinerlei Stellungnahme zu den Gründen für ihr Vorgehen abgaben.

Schweizer Botschaft verstimmt

Anfang August verbreiteten staatlich kontrollierte Medien wie der Auslands-Fernsehsender China Global Television Network (CGTN) und die beiden englischsprachigen Blätter der Kommunistischen Partei „China Daily“ und „Global Times“ in großer Aufmachung einen Facebook-Eintrag des „Schweizer Biologen Wilson Edwards“. Darin hieß es, die USA würden die WHO systematisch unter Druck setzen, damit diese gefälschte Forschungsergebnisse über den Ursprung des Coronavirus verbreite, was aus der „Obsession“ Washingtons resultiere, China zu schaden. Kurz darauf erklärte die Botschaft der Schweiz in Peking sichtlich verstimmt, ein solcher Wissenschaftler existiere überhaupt nicht und es gebe auch keinerlei fachbezogene Publikationen unter diesem Namen.W.K.