27.01.2022

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Folge 35-21 vom 03. September 2021 / Ausstellung / Zoppot ist eine Reise wert / Westpreußen als beliebtes Urlaubsziel – Ausstellung in Warendorf über Reisen damals und heute

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-21 vom 03. September 2021

Ausstellung
Zoppot ist eine Reise wert
Westpreußen als beliebtes Urlaubsziel – Ausstellung in Warendorf über Reisen damals und heute
Andreas Rüdig

Wer sich früher auf eine Reise in weiter entfernte Gebiete begab, hatte einen genau festgelegten Grund dafür, wenn dieser nicht gar von außen vorgegeben war. Im Mittelalter suchten Pilger ihr Seelenheil – sie wollten am Wallfahrtsort ihre Sünden vergeben bekommen. Adelige wollten auf Kreuzzügen in Osteuropa ihren Ruhm und ihr Ansehen vermehren. Die Hansekaufleute wollten den sprichwörtlichen Rubel rollen lassen. Entdecker und später Wissenschaftler wollten unbekannte Länder und Kontinente kennenlernen.

Die verschiedenen Arten des Reisens vom Kreuzzug bis zum modernen Massentourismus beleuchtet noch bis zum 17. Oktober das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf mit seiner Sonderausstellung „Die schönsten Wochen des Jahres Reise(n) einst und jetzt“. Dass die Schau ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da die Pandemie einem das Reisen verhagelt und man zu Hause ausharren muss, läuft, macht sie umso interessanter. Denn an Reisen erinnert man sich immer gerne.

Das wohlhabende Bürgertum entdeckte als erstes den Urlaub und damit das „Reisen um des Reisens willen“ – der Grundstein für den heutigen Massentourismus war damit gelegt. In Deutschland waren bis zum Zweiten Weltkrieg besonders die ehemalige preußische Provinz Westpreußen im 19. und 20. Jahrhundert in Mode. Bädertouristen zog es an die Seebäder an der Ostsee, Kunst- und Kulturbeflissene in die alten Hansestädte Danzig und Thorn oder die historischen Baudenkmäler des Deutschen Ordens, während die Naturfreunde die wald- und seenreiche Kaschubei aufsuchten.

Die Sonderausstellung ist eher unspektakulär angelegt. Historische Plakate zeigen beispielsweise, wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts für bestimmte Reiseziele geworben wurde. In heutigen Reisekatalogen ist Westpreußen zwar nicht explizit vertreten. In der Ausstellung sollen Farbfotos aber einen Eindruck davon vermitteln, welche Schönheiten Westpreußen auch heute noch zu bieten hat.

Ein Raum reicht für die Ausstellung. Der Übergang von der Dauer- zur Sonderausstellung ist fließend – der Besucher muss also schon aufpassen, um beide auseinanderzuhalten.

Westpreußisches Landesmuseum Klosterstraße 21, Warendorf, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Eintritt: 4 Euro. www.westpreussisches-landesmuseum.de und www.mags.nrw