28.01.2022

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 37-21 vom 17. September 2021 / LO-Niedersachsen / Die Zuckerdose / Eine Kostbarkeit für das Ostpreußische Landesmuseum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-21 vom 17. September 2021

LO-Niedersachsen
Die Zuckerdose
Eine Kostbarkeit für das Ostpreußische Landesmuseum
Barbara Loeffke

Ein typisches silbernes Zuckerkästchen des frühen 19. Jahrhunderts konnte anlässlich der Jahreshauptversammlung der LO-Niedersachsen dem Ostpreußischen Landesmuseum übergeben werden. Das Schloss verdeutlicht, wie wertvoll Zucker damals noch gewesen ist – nicht zuletzt hatte die Kontinentalsperre unter Napoleon die Preise explodieren lassen. Für das Museum besonders relevant ist allerdings die Gravur auf der Unterseite: August Ludwig Simpson und seine Ehefrau Auguste Wilhelmine gratulieren ihrem Großvater (in Wirklichkeit war es der Stiefgroßvater von Auguste, der ihre Großmutter, die verwitwete Catharina Charlotte Schimmelpfennig, geheiratet hatte), dem Pfarrer Johann Ziegler zu (Deutsch-) Crottingen (Kreis Memel) zu seinem 50. Dienstjubiläum 1835.

Johann Ziegler war Superintendent in Memel und Träger des Roten Adlerordens, ein bedeutender Mann. Aber auch August Ludwig Simpson ist nicht uninteressant. Weitläufig über seinen Vater mit Immanuel Kant verwandt entstammt er einer der wichtigsten, ursprünglich aus Schottland stammenden Memeler Kaufmannsfamilie, die auch den Bürgermeister gestellt hat; nicht zuletzt ist er der Bruder des berühmten Wilhelm (von) Simpson d.Ä., Mitglied des preußischen Landtags, der das Gut Georgenburg erwarb und zu einem Zentrum der Trakehnerzucht entwickelte. Die Geschichte seiner Familie wurde von einem Nachfahren später als „Die Barrings“ zu einem äußerst erfolgreichen Roman verarbeitet.
Die Dose erzählt mehr als nur vom Wert des Zuckers

Ein Stück mit vielen Anknüpfungspunkten also. Wir freuen uns, dass wir es mit Spenden der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft Ostpreußen erwerben konnten. In Corona-Zeiten, mit deutlich verringerten Einnahmen aus Ticketverkauf und Museumsshop, sind wir auf solche Unterstützung doppelt angewiesen.