21.01.2022

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Folge 37-21 vom 17. September 2021 / Gesellschaft / Entscheidung für oder gegen ein Kind / Die Journalistin Johanna Dürrholz hat sich der Frage gewidmet, wie junge Menschen mit Kinderwunsch den Spagat zwischen Familie und Karriere schaffen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-21 vom 17. September 2021

Gesellschaft
Entscheidung für oder gegen ein Kind
Die Journalistin Johanna Dürrholz hat sich der Frage gewidmet, wie junge Menschen mit Kinderwunsch den Spagat zwischen Familie und Karriere schaffen
Silvia Friedrich

Die Eieruhr auf dem Cover lässt schmunzeln. Sie steht auf Minute 35 und läuft offensichtlich unaufhörlich ab. Sicher überlegen die meisten Frauen zu diesem Lebenszeitpunkt, ob sie sich trotz Karriere doch noch zu einem Kind entschließen oder nicht. Johanna Dürrholz stellt in ihrem Buch „Die K-Frage. Was es heute bedeutet, (k)ein Kind zu wollen“.
Eine der im Buch gestellten Fragen scheint ein wenig überholt zu sein. „Muss man sich heute noch rechtfertigen, wenn man keines möchte?“, fragt die Autorin. Ist es noch moralisch vertretbar, Kinder in diese Welt zu setzen, fragt Dürrholz.

Die Lebensumstände, zumindest in den entwickelten Industriestaaten, waren sicher nie besser als jetzt, wenn man einen Rückblick in vergangene Jahrhunderte wagt, wo Kriege und Krankheiten das Leben erschwerten. Doch ist heutzutage endlich ins kollektive Bewusstsein der Menschheit gedrungen, dass wir alle nur auf einem Planeten zuhause sind. Wenn wir diesen nicht vor dem Untergang retten, gehen wir alle zugrunde. Klimaveränderungen, soziale Ungerechtigkeiten, Kriege, Hungersnöte und vieles mehr, betreffen uns alle. Einem neuen Menschenleben das alles zuzumuten, ist sicher mehrere Überlegungen wert.

Eines scheint gewiss: Diese Denkanstöße werden niemanden, der Kinder möchte, von seinem Wunsch abhalten, Kind und Karriere miteinander zu verbinden. Das Mutterbild in Deutschland, wie sich die Väter heutzutage verhalten, glückliche und unglückliche Eltern sowie vieles mehr beleuchtet die Autorin in flottem, fast spielerischem Schreibstil.

Lebenskluge Lektüre

Man wird beim Lesen das Gefühl nicht los, dass die Autorin das Buchprojekt überhaupt nur angegangen ist, um eine eindeutige Antwort auf ihre aktuell brennende Lebensfrage, ob Kind ja oder nein, beantwortet zu bekommen. Das ist durchaus legitim und deckt sich sicher mit den Anliegen unzähliger Menschen, die altersmäßig und auch sonst in einer ähnlichen Lage stecken wie Johanna Dürrholz.

Dass diese eindeutige Antwort nicht kommen kann und man am Ende etwas ganz anderes machen wird, zeigt sich in den zwei Worten auf der letzten Seite: Leben passiert! Und um den Untertitel des Buches „Was es heute bedeutet, (k)ein Kind zu wollen“ zu kommentieren, sei gesagt: für jeden etwas völlig anderes. Sicher ist das Buch für viele Frauen, aber auch Männer eine interessante, lebenskluge und aufschlussreiche Lektüre.


Johanna Dürrholz: „Die K-Frage. Was es heute bedeutet, (k)ein Kind zu wollen“, Dudenverlag, Berlin 2021, broschiert, 208 Seiten, 18 Euro