20.04.2024

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Folge 46-21 vom 19. November 2021 / Wolfskinder / Das Elend nach dem Krieg / Über den 30-jährigen Einsatz für die „kleinen Deutschen“

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-21 vom 19. November 2021

Wolfskinder
Das Elend nach dem Krieg
Über den 30-jährigen Einsatz für die „kleinen Deutschen“

Zum 30. Jahrestag der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen stellte der litauische Honorarkonsul in Baden-Württemberg Wolfgang von Stetten am 25. Oktober sein neues Buch vor. Unter den zahlreich erschienenen Gästen der Botschaft befand sich auch Hans-Jörg Froese, stellvertretender Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, der als Präsident der Prussia zu den Mitherausgebern des Buches „Hundert Jahre deutsch-litauische Beziehungen“ (2017) gehörte. Den Titel seines Buches erläuterte von Stetten überzeugend. Einerseits war das Schicksal dieser elternlosen Kinder – von den Litauern zunächst „kleine Deutsche“ genannt – in Ostpreußen durch ein unglaubliches Leiden geprägt, andererseits gab es nicht wenige, denen es gelang, in Litauen der Nachkriegszeit ein neues zu Hause zu finden. Das waren dann sicher auch Glücksmomente, ebenso für die Menschen, die sich um diese „Wolfskinder“ nach dem Ende der sowjetischen Besatzung kümmerten. Stetten, damals Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe, gehörte zu diesen Menschen. Sein großes Engagement führte zur Begründung einer Stiftung, die vielen Wolfskindern wieder ein würdevolles Leben ermöglichte. Gleichzeitig wurde er in der Zeit des litauischen Freiheitskampfes ein mutiger Pionier für freundschaftliche Beziehungen, noch bevor die Unabhängigkeit Litauens von der damaligen Bundesrepublik diplomatisch anerkannt wurde. Nach der herzlichen Begrüßung durch den litauischen Botschafter Ramunas Misiulis konnte Joachim Tauber – Vorsitzender des Deutsch-Litauischen Forums – in einem Gespräch mit Stetten dessen außerordentlichen Verdienste für die Wolfkinder und für die deutsch-litauischen Beziehungen sichtbar lebendig herausarbeiten. So ist es nicht verwunderlich, dass Stetten zahlreiche Auszeichnungen erhielt, angefangen 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz und zuletzt in diesem Juli aus der Hand des litauischen Staatspräsidenten Gintanas Nausedas das Großkreuz des Gediminas-Ordens, des höchsten litauischen Staatsordens. Es erscheint daher nur folgerichtig, dass Stetten sein ausgesprochen interessantes und besonders lesenswertes Buch dem Litauischen Volk widmet. HJM