28.05.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 27-22 vom 08. Juli 2022 / Stimmen zur Zeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-22 vom 08. Juli 2022

Stimmen zur Zeit

Der Ökonom Thomas Mayer kritisiert gegenüber der „Bild“-Zeitung (1. Juli) die Planlosigkeit, mit der EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf die rapide Inflation reagiert:

„Lagarde hat die vergangenen Jahre in einer Märchenwelt verbracht. Statt sich um die steigende Inflation zu kümmern, hat sie lieber von der grünen Transformation der Wirtschaft geträumt oder über Gendergerechtigkeit gesprochen. Lagarde ist Juristin, es fehlt ihr an ökonomischem Sachverstand.“





Tim Röhn zieht auf „Welt online“ (1. Juli) einen klaren Schluss aus dem Bericht des Expertenrates zur Bewertung der Corona-Maßnahmen, in dem schwerste Fehler von Politik und RKI aufgedeckt werden:

„Für die politischen Entscheidungsträger sollte der 1. Juli ein Tag des Neuanfangs sein – weg von einer Politik, die viel zu oft auf datenfreiem Herumideologisieren beruhte, und hin zu einer faktenbasierten Strategie, bei der auch Skepsis sowie Widerspruch geduldet werden und eine Debatte zum Wohl und Wehe der Beschlüsse geführt werden kann. Das plumpe Abkanzeln von Maßnahmenkritikern, es sollte der Vergangenheit angehören.“





Der Energieexperte und frühere Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt (SPD) fällt im „Hamburger Abendblatt“ (2. Juli) angesichts der Gasknappheit ein hartes Urteil über die deutsche Energiepolitik der vergangenen Dekade:

„Wir leisten uns seit zehn Jahren eine angstgetriebene Energiepolitik und haben mit Worst-Case-Szenarien die Politik fast in eine Angstpsychose getrieben. Daran haben sich Industrie und Gewerkschaften, aber auch die Medien angepasst. Wer vor einem Jahr Fracking gefordert hätte, wäre nicht ernst genommen worden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ehrlich zu diskutieren.“





Der ehemalige US-amerikanische Außenminister und nationale Sicherheitsberater Henry Kissinger stellt im „Stern“ (30. Juni) auf die Frage, ob es einen Platz für Russland geben müsse, damit das Land nicht in die Arme Chinas getrieben wird, seine Theorie vor:

„Es geht um ein Land von enormer Größe, das immer eine große Rolle in Europa gespielt hat. Manchmal auf verstörende Weise, aber manchmal hat es auch zum Gleichgewicht beigetragen. Man kann die europäische Geschichte seit dem 17. Jahrhundert nicht ohne Russland sehen, bei jeder großen Wendung spielte Russland eine Rolle. Russland auszugrenzen entspricht nicht meiner Vision von Europa. Das würde aus Russland einen Alliierten Chinas machen. Sollte sich Russland in die Richtung bewegen, müssen wir dem widerstehen und es verhindern.“





Wort der Woche

„Das nennen die Linken und Grünen Fortschritt: Wir können jetzt zwar das Geschlecht frei wählen – aber ob wir in Zukunft noch warm duschen können, ist nicht sicher.“

Hubert Mooser in der Schweizer „Weltwoche“ vom 1. Juli